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Großaufgebot der Polizei Osnabrücker Bahnhofsvorplatz wegen NPD-Demo am Donnerstag gesperrt

Von Jörg Sanders | 18.07.2012, 13:41 Uhr

Der Bahnhofsvorplatz des Osnabrücker Hauptbahnhofes ist am morgigen Donnerstag von 9 bis 17 Uhr gesperrt. Die NPD plant dort ab voraussichtlich 15 Uhr eine Demonstration, bestätigte die Polizei in Osnabrück auf Anfrage der Neuen OZ. Als Vorsichtsmaßnahme beginnt die Sperrung bereits am Morgen. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot vor Ort sein. Der DGB kündigte eine Gegendemonstration an.

Die Stadtwerke Osnabrück teilten mit, dass die Busse der Osnabrücker Verkehrsgemeinschaft (VOS) die dortigen Bussteige nicht anfahren werden. Eine Ersatzhaltestelle wird in der Eisenbahnstraße neben der Radstation eingerichtet. Aufgrund von Straßensperrungen kann es zu Verspätungen im Busverkehr kommen. Angestellte der Stadtwerke stehen für Auskünfte parat.

Die Bundespolizei teilte auf Anfrage mit, dass Bahnreisenden der Weg ins Bahnhofsgebäude zugänglich gemacht wird. Lediglich der Nebeneingang des Bahnhofs neben der Radstation werde gesperrt. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass Bahnreisende mit Beeinträchtigungen zu rechnen haben, sollte es auf dem Bahnhofsvorplatz zu Zwischenfällen kommen.

Gewerkschaften kündigen Protest an

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) teilte mit, dass er das „Osnabrücker Netzwerk gegen Rechts“ über die angemeldete Demonstration der NPD informiert habe und sich um 14.45 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz versammeln wolle, um gegen den Aufmarsch der NPD zu demonstrieren. „In verschiedenen Städten Niedersachsens konnte mit kurzfristiger Mobilisierung deutlich gemacht werden, dass eine umgehende Weiterreise empfohlen ist“, heißt es in einer Mitteilung des DGB. „Diese Empfehlung möchten wir auch ausdrücken und anregen“, heißt es darin weiter.

Auch die IG Metall kündigte Protest an. „Da der zeitliche Vorlauf nun nicht mehr ausreicht, um eine Gegendemonstration und Kundgebung zu beantragen, ruft die IG Metall gemeinsam mit dem DGB alle Demokraten auf, den Info-Stand der NPD gemeinsam und zeitgleich aufzusuchen, um ihn so in friedlicher Art und Weise mit einer Menschenkette von der Öffentlichkeit zu isolieren“, teilte die Gewerkschaft schriftlich mit.

Bereits heute trafen sich 16 Anhänger der NPD in Hamburg zu einer Kundgebung. Ihnen standen in der Nähe des Bahnhofs rund 150 Gegendemonstranten gegenüber. Es sei zu Rangeleien zwischen der Polizei und den Gegendemonstranten gekommen. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Hinzugerufene Wasserwerfer kamen nicht zum Einsatz.

Die NPD befindet sich derzeit auf ihrer sogenannten Deutschlandfahrt. Seit Tagen tourt sie durch verschiedene Städte. Am Freitag wird in Münster mit ihnen gerechnet.

(mit dpa)