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Graffiti in der Wüste Anhänger beschmiert: So positiv reagiert ein Osnabrücker

Von Mark Otten | 13.01.2017, 09:26 Uhr

Wenn Unbekannte fremdes Eigentum mit Graffiti beschmieren, ist der Ärger oft groß. Ein Geschädigter aus Osnabrück zeigt, dass man so einen Vorfall auch ins Positive drehen kann.

Der Anhänger von Christian Höpker hatte längere Zeit an einer abgelegenen Straße im Osnabrücker Stadtteil Wüste gestanden. Freunde informierten ihn an Silvester, dass zwei Graffiti auf die Plane geschmiert worden waren. Der Besitzer ärgerte sich. „Als ich den Anhänger dann gesehen habe, war der erste Gedanke: ‚Der hätte ja wenigstens was Schönes sprayen können!‘“, sagte Höpker unserer Redaktion. In der Facebook-Gruppe „Was los in Osnabrück?“ startete er einen Aufruf. Allerdings ging es ihm nicht darum, den Täter zu ermitteln. (Weiterlesen: Wie eine Würgeschlange aus einem brennendem Haus in Osnabrück gerettet wurde) 

Was passiert mit dem Anhänger?

Stattdessen fragte er, ob andere Facebook-Nutzer nun korrigierend eingreifen und die Graffiti mit hübscheren Motiven übermalen könnten; die Kosten für die benötigten Farben wolle der Geschädigte selbst übernehmen. Innerhalb weniger Stunden habe er Tipps und mehrere konkrete Hilfsangebote bekommen, sagte Höpker. Die Suche nach einem passenden Motto laufe bereits. „Wahrscheinlich werden alle vier Seiten von jeweils einem Sprayer zu einem gemeinsamen Thema gestaltet“, so der Osnabrücker.

Kein Thema für Polizei und Versicherung

Von den Facebook-Nutzern gibt es viel Lob für Höpker. Tenor: Hut ab für den positiven Dreh. Höpker selbst gibt sich realistisch. Man müsse damit rechnen, dass einigen Menschen fremdes Eigentum egal sei, sagte er. Polizei und Versicherung werde er mit dem Fall nicht behelligen. Dafür seien ihm der entstandene Schaden und die Erfolgsaussichten zu gering. (Weiterlesen: Osnabrücker Spielhallen bald mit Gesichtskontrolle)