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Gottesdienst in der Marienkirche Osnabrücks Landessuperintendent Krause wird verabschiedet

Von Christof Haverkamp | 08.07.2014, 15:55 Uhr

Er wurde wohl als einziger Landessuperintendent gleich zweimal ins Amt eingeführt: 2002 übernahm Burghard Krause die Leitung des Sprengels Göttingen – und 2007 die des Sprengels Am Samstag wird der evangelische Theologe in einem Gottesdienst in der Osnabrücker Marienkirche in den Ruhestand verabschiedet.

Der Umzug vom Südosten in den Westen Niedersachsens geschah vor zwölf Jahren unfreiwillig, er hatte mit der Zusammenlegung der Sprengel Göttingen und Hildesheim zu tun. „Aber ich habe ihn nicht bereut“, sagt Krause zum Wechsel.

Sieben intensive Jahre in Osnabrück liegen nun hinter ihm. Aufgefallen ist Krause, wie stark die Region von einer „vitalen Ökumene“ geprägt ist. Und sehr schnell ist der Landessuperintendent nach eigenem Bekunden mit dem katholischen Bischof Franz-Josef Bode in Kontakt gekommen. „Es ist ein herzliches Verhältnis geworden.“

Als Landessuperintendent war Krause ein evangelischer Regionalbischof, zuständig für rund 170 Pastoren in 120 Kirchengemeinden in Stadt und Landkreis Osnabrück, dem Kreis Diepholz und dem Raum Syke-Hoya. „Dieses Amt hat keine Machtfülle“, erklärt er, und es sei bewusst so konstruiert worden. „Ich habe keine großen Gelder zu verteilen“, sagt der bald 65 Jahre alte Theologe, aber als Defizit habe er dies nie erlebt. In Vorträgen und Verkündigung, geistlichen Impulsen und seelsorglichen Kontakten sah Krause einen wichtigen Teil seiner Tätigkeit, mit denen er etwas bewegen konnte. Die Ordinationen, also die Einsetzung von Pastoren ins Amt, hat ihm viel Freude bereitet. Und die Neuordnung der Kirchenkreise hat er „inhaltlich wach begleitet“.

Sehr am Herzen lag Krause eine, wie er sagt, „seriös gestaltete missionarische Arbeit“. Er machte sich für Glaubenskurse stark und prägte mit viel Engagement die Initiative „Erwachsen glauben“, wohl wissend, dass „Glaubensverunsicherung und Sprachunfähigkeit bereits das Zentrum unserer Gemeinden erreicht hat“.

In wenigen Tagen endet die Arbeit des Landessuperintendenten. Ein schleichender Übergang wird es nicht, sondern ein abrupter – er will es so. Damit hört etwa die Mitwirkung in den Gremien auf: im Bischofsrat der Landeskirche, im Kuratorium des Hauses kirchlicher Dienste, im theologischen Ausschuss des Landeskirchenamtes und in der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.

„Ich habe keine Bühne mehr, auf der ich agiere“, ergänzt Krause. Öffentliche Auftritte hat er – bis auf drei Ausnahmen – bewusst abgesagt. „Ich freue mich auf ein zweckfreies Lesen“, sagt er.

Seiner Nachfolgerin Birgit Klostermeier, die aus Berlin kommt und erst Anfang 2015 ihr Amt antritt, will er ein geordnetes Haus übergeben. Alle kommentierten Visitationsberichte seien geschrieben, und der neuen Landessuperintendentin will er eine Mappe mit wichtigen Informationen hinterlassen.

Zugleich steht ein Umzug an, denn die Dienstwohnung am Westerberg in Osnabrück muss Krause räumen. Mit seiner Frau Gertrud hat er lange nach einer passenden Immobilie in der Stadt gesucht, ohne fündig zu werden. Nun bezieht das Paar, das drei erwachsene Kinder und zwei Enkel hat, ein Niedrigenergiehaus in Bad Iburg.

Für den feierlichen Abschiedsgottesdienst in der Marienkirche erwartet der Theologe rund 600 Besucher. Einen Gospelchor und Musik mit Klavier und Saxofon hat er sich gewünscht. Und letztmalig wird Krause dann als Landessuperintendent predigen – über das Buch Jesaja, Kapitel 55.