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Gleichgesinnte für Gruppe gesucht Jörg Sawatzki will das Einradfahren in Osnabrück etablieren

Von Olga Zudilin | 31.08.2016, 17:03 Uhr

Innerhalb weniger Wochen hat der Osnabrücker Jörg Sawatzki das Einradfahren gelernt. Nun sucht der 29-Jährige Leute aus Osnabrück, mit denen er gemeinsam Einrad fahren kann.

Was macht man, wenn man ein paar Tage lang keine Internetverbindung hat? Richtig geraten! Man sucht sich ein neues Hobby. Der selbstständige Softwareentwickler Jörg Sawatzki hat das so gemacht – und hat im Dezember 2015 eine neue Leidenschaft für sich entdeckt.

„Ich wollte mir ein neues Hobby suchen, mit dem man sich draußen auch bei schlechtem Wetter die Zeit vertreiben kann“, erzählt Sawatzki.

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Doch wieso unbedingt Einradfahren?

„Ein Klassenkamerad aus der achten Klasse ist mal Einrad gefahren. Da habe ich mir gedacht: Einrad fahren kann man doch bestimmt auch bei schlechtem Wetter“, sagt Sawatzki.

Im Keller seiner Eltern entdeckte er zwar das alte Einrad seiner Schwester, allerdings taugte das nicht mehr. Also ging er gleich am ersten Tag nach den Weihnachtsfeiertagen in ein Fahrradgeschäft in Lengerich, wo er sein erstes 20-Zoll-Einrad kaufte.

Fahren lernen mit Youtube

Doch wie lernt man Einrad fahren ohne Lehrer? „Auf Youtube gibt es einige Videos für Einrad-Anfänger. Die habe ich mir angeguckt und es so gelernt“, sagt Sawatzki. Mittlerweile kann er mit dem Einrad auf der Straße und im Wald vorwärts und rückwärts fahren und auf Treppen hüpfen. Vor allem das Hüpfen ist anstrengend und kostet viel Kraft. Wenn es allerdings nach dem Osnabrücker geht, sollen noch viele weitere Tricks dazukommen. Mittlerweile hat er sich auch ein 27,5-Zoll-Einrad und sogar ein 36-Zoll-Einrad gekauft.

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Für die Innenstadt eignen sich die Einräder zwar nicht, aber wenn Sawatzki zum Beispiel die zwei Kilometer zu seinem Elternhaus fährt, nimmt er auch mal sein 36 Zoll Einrad. Im Wald kommt dann das mittelgroße Einrad mit dickem Profil zum Einsatz.

Mit dem großen Rad nahm Sawatzki auch bei einem Einrad-Marathon in Erfurt teil. Eine Strecke von insgesamt 42 Kilometer legten die Teilnehmer auf Asphaltstraßen, schmalen Pfaden und im Wald zurück. Am Ende belegte er den 13. Platz. Als einen „riesen Spaß und viele Einrad verrückte Leute auf einen Haufen“ beschreibt Sawatzki das Erlebnis in Erfurt.

„Jeder kann Einradfahren lernen“

Für die meisten Laien sieht schon das Aufsteigen auf das Einrad wie ein artistischer Kraftakt aus. Der Sattel wird nach unten gezogen und zwischen die Oberschenkel geklemmt. Dann steigt der Fahrer mit seinem starken Fuß auf das untere Pedal und stemmt sich hoch. Sofort wird auch der andere Fuß auf das zweite Pedal gestellt. Dann muss der Fahrer nur noch in die Pedale treten und das Gleichgewicht halten.

So schwierig wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es aber nicht, sagt Sawatzki. „Jeder kann Einradfahren lernen, der motiviert ist und Spaß daran hat. Es ist weder gefährlich noch unbedingt artistisch.“ So habe er zwar schon Prellungen und Blessuren an den Schienbeinen davon getragen, die vor allem von den Pedalen stammen, größere oder gefährliche Verletzungen habe er allerdings nie erlitten.

OTB als Anlaufstelle für Einrad-Verrückte

Bisher fährt Sawatzki alleine in Osnabrück Einrad. Doch er sucht Gleichgesinnte, mit denen er eine Gruppe gründen möchte. Mit Kindern fährt er allerdings bereits: Seit Neuestem ist Sawatzki der offizielle Trainer beim Osnabrücker Turnerbund (OTB) für die Kinder-Einradgruppe. Gemeinsam mit Petra Bartram-Burde, die die OTB-Kinderwelt leitet, möchte Sawatzki den OTB zur Anlaufstelle für alle Einrad-Verrückten machen. Egal ob Kinder, Eltern oder Großeltern – alle können mithelfen und auch mitlernen. Eventuell kommt auch eine Einradgruppe für Erwachsene dazu. Das würde den Osnabrücker freuen. „Vielleicht lerne ich so den ein oder anderen neuen Trick kennen“, sagt Sawatzki.