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Glaube an die Wucht der Worte Evangelischer Regionalbischof Burghard Krause verabschiedet

Von Claudia Sarrazin | 13.07.2014, 18:53 Uhr

Sieben Jahre lang war Theologe Burghard Krause evangelischer Regionalbischof des Sprengels Am Samstag wurde er in einem Festgottesdienst in der Marienkirche vom hannoverschen Landesbischof Ralf Meister von seinen Aufgaben entbunden. Rund 600 Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft kamen, um die letzte Predigt des promovierten Theologen als Landessuperintendent zu hören.

„Wenn Morgen in Rio das erste Tor fällt – hoffentlich für Deutschland –, wird es die Fans von den Sitzen reißen“, so Krause, der sich wünschte, es gäbe auch „Standing Ovations für die Schöpfung“.

„Die Kirche verliert an Einfluss und Akzeptanz, Glaube wird nicht mehr vererbt, es ist eine ernüchternde Realität“, stellte der scheidende Regionalbischof fest. Trotz dieses Akzeptanzverlustes in der Gesellschaft rief er dazu auf, an die Kraft der Verkündigung zu glauben: „Ich wünsche meiner Kirche, dass sie auf die Wirkung des Wortes Gottes ihre ganze Hoffnung setzt.“ Und er fügte hinzu: „Wir sind dabei, uns einzurichten, in einer postchristlichen Kultur, in der Beliebigkeit herrscht.“ Doch der Himmel sei nicht leer: „Ja, da ist noch was, Gottes Wort“, so Krause, bevor er Rose Ausländer zitierte: „Ich glaube an die Wucht der Worte.“ Krause fügte hinzu: „Gottes Wort können wir hören, wenn der Tinnitus des Alltagstrubels uns nicht mehr die Ohren verschließt.“ Außerdem sei sein Wort nicht durch Konfessionen eingeschränkt.

Landesbischof Meister erinnerte nicht nur an die verschiedenen Stationen Krauses, sondern erklärte: „Du bist ein aufmerksamer Theologe, immer offen auch für andere Sichtweisen und Formen.“ Was Meister besonders beeindruckt hatte, Mission sei für Krause: „Zeigen, was wir lieben, so hast du die Menschen neugierig gemacht.“

Der katholische Bischof Franz-Josef Bode stellte fest: „Ihre sieben Jahre in Osnabrück gehören in der Ökumene sicher zu den sieben fetten und nicht zu den mageren Jahren.“ Krause habe neue Dimensionen eröffnet, und beide hätten nicht nur eine amtliche, sondern auch eine persönliche Verbindung zueinander gehabt. „Und dies ohne die Verdrängung der Verschiedenheit der Ansichten“, so Bode.

Pastor Philipp Elhaus, Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste, bestätigte Krause eine „Leidenschaft für neue Horizonte“, während Landessuperintendent Eckhard Gorka vom Bischofsrat Krauses „Liebe und Treue zu Gottes Bodenpersonal“ hervorhob.