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Gesponsort von Beresa Osnabrück erhält 50 weitere Verkehrsspiegel gegen Abbiegeunfälle

Von Jörg Sanders | 27.09.2017, 17:15 Uhr

Der Osnabrücker Mercedes-Händler Beresa sponsert der Stadt Osnabrück 50 weitere Spiegel, die Abbiegeunfälle an Ampeln verhindern sollen.

Am Mittwoch wurde einer der 50 Spiegel an der Kreuzung Narup- und Karmannstraße angebracht – direkt vor dem Tor des VW-Werks in Fledder. „Die Stadt bringt diese Spiegel auch vor VW-Werken an“, sagte Stadtbaurat Frank Otte mit einem Schmunzeln im Gesicht in Richtung Karlheinz Kennings, dem Leiter des Bereichs Service Nutzfahrzeuge bei Beresa.

120 Euro pro Spiegel

Die gewölbten Spiegel sollen insbesondere Lkw- und Busfahrern helfen, Radfahrer im toten Winkel ihres Fahrzeuges zu sehen.

6000 Euro kosten die 50 Spiegel Beresa. Etwas mehr als diese Summe müsse zudem die Stadt aufbringen, um die Spiegel anbringen zu lassen, sagte Jürgen Schmidt vom Fachdienst Verkehrsanlagen bei dem Ortstermin. Bis Ende des Jahres sollen alle verbaut sein. Dann sind es 123 im Stadtgebiet, bislang primär innenstadtnah an Unfallschwerpunkten und Radwegen. 150 bis 160 seien theoretisch denkbar, sagte Schmidt.

Mehrere tödliche Abbiegeunfälle

2013 hatte die Stadt angefangen, Spiegel an Kreuzungen zu installieren – drei an der Zahl. Im Jahr 2015 brachte sie 70 von regionalen Unternehmen gesponsorte Spiegel an, nachdem es zu mehreren tödlichen Unfällen mit abbiegenden Lkw gekommen war, insbesondere an der Ecke Kommenderiestraße und Johannistorwall, wo bereits ein Spiegel installiert gewesen war. Seit 2014 starben auf Osnabrücks Straßen vier Radfahrer und drei Fußgänger bei Unfällen mit Lkw.

Die Spiegel seien nur ein Element, um solche Unfälle zu verhindern, sagte Otte. Aber ein wichtiges. Wenn die Spiegel nur einen Unfall verhindern, habe sich der Aufwand gelohnt, ergänzte Kenning von Beresa.

Wirksamkeit umstritten

Die Wirksamkeit dieser Spiegel ist aber umstritten. Für Lkw-Fahrer ist es schwierig, in Anbetracht der vielen Spiegel am und um Lkw auch noch den an der Ampel zu beachten. So macht sich etwa der Osnabrücker Spediteur Siegfried Serrahn seit Jahren für gesetzlich vorgeschriebene Abbiegeassistenzsysteme in Lkw stark, die akustisch und visuell vor Radfahrern, Fußgängern und Hindernissen im toten Winkel warnen. Die Osnabrücker Speditionen Overnight und Heinrich Koch setzen bei neuen Lkw bereits auf ein solches System für 3000 bis 5000 Euro pro Fahrzeug Mehrkosten. Kenning zufolge würden alle Spediteure bei etwa jedem vierten Lkw ein solches Assistenzsystem ordern.

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