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Gegen Wiederwahl von Gerd Stöwer Osnabrücker Rat will einen neuen FMO-Chef

Von Wolfgang Elbers | 09.12.2015, 19:34 Uhr

Der Osnabrücker Stadtrat hat vor der gemeinsamen Sitzung des FMO-Aufsichtsrats und der Gesellschafter-Versammlung am Donnerstag noch einmal die Spannung erhöht: Es ist ein Beschluss gefasst worden, der sich gegen eine Wiederwahl Gerd Stöwers als Geschäftsführer des Flughafens Münster/Osnabrück ausspricht.

Nach Informationen unserer Redaktion hat der Rat am Dienstagabend im nichtöffentlichen Sitzungsteil dem Antrag der rot-grünen Zählgemeinschaft zugestimmt, dass Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) als Vertreter der Stadt in der Gesellschafterversammlung der FMO GmbH angewiesen wird, einer Verlängerung des Geschäftsführervertrages mit Gerd Stöwer nicht zuzustimmen. Der Vertrag soll somit regulär zum 30. September 2016 auslaufen.

Entscheidung erst am 17. Dezember?

Die Stadt Osnabrück ist mit einem Anteil von 17 Prozent nach Münster (35 Prozent) und dem Kreis Steinfurt (30 Prozent) drittgrößter Gesellschafter. Damit könnte die Entscheidung, wie es in der Geschäftsführer-Frage weitergeht, um eine Woche verschoben werden, da sich zum Beispiel die Steinfurter Beteiligungsgesellschaft bisher noch nicht auf eine Position festgelegt hat. Eine weitere Gesellschafterversammlung ist für Donnerstag kommender Woche terminiert.

FMO-Chef Stöwer wollte sich am Mittwoch nicht zur aktuellen Entwicklung äußern, da es sich hier „um ein laufendes Verfahren“ handele. Gleiches gilt für Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der Vorsitzender des FMO-Aufsichtsrates ist. Er hat am Mittwoch durch Osnabrücks Pressesprecher Sven Jürgensen erklären lassen: „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Stellungnahme, um dem Verfahren nicht vorzugreifen.“

Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung halten traditionell vor Weihnachten eine gemeinsame Sitzung ab. Diesmal wird unter anderem über eine Verlängerung des im Herbst 2016 auslaufenden Vertrages mit Geschäftsführer Gerd Stöwer beraten. Im Aufsichtsrat ist der 56-Jährige seit Längerem nicht mehr unumstritten. Kritiker bezweifeln, dass er der richtige Mann für die erforderliche Neuausrichtung des Regionalflughafens und ein neues Geschäftsmodell ist.

Minus 8,8 Prozent bei Fluggastzahlen

Im laufenden Jahr sind die FMO-Fluggastzahlen deutlich zurückgegangen. Lag das Vorjahresergebnis bei knapp 900000 FMO-Passagieren, so wird jetzt für 2015 mit insgesamt rund 830000 Flughafennutzern gerechnet. Von Januar bis Ende November sind 786795 Ein- und Ausstiege am Airport gezählt worden – ein Minus von 8,8 Prozent.