Ein Artikel der Redaktion

Gegen unfairen Handel Trieb-Skulptur repräsentiert Osnabrück beim Hansetag in Rostock

Von Danina Esau | 17.06.2018, 17:17 Uhr

Für den 38. Internationalen Hansetag in Rostock hat Volker-Johannes Trieb ein Kunstobjekt geschaffen, das die Stadt Osnabrück repräsentiert.

Unter dem Motto „Einfach handeln!“ findet der Internationale Hansetag vom 21. bis 24. Juni statt. In diesem Jahr beteiligen sich Künstler, Designer und Kunsthandwerker an einer gemeinsamen Kunstausstellung, die auf die Verbindungen der Hansestädte in Handel, Kultur und politischen Verknüpfungen verweist und die Vielfalt der Hanse darstellt. Alle Hansestädte wurden aufgerufen, ein Ausstellungsobjekt beizutragen: 1000 Euro pro Künstler stellte die Stadt Rostock zur Verfügung. Osnabrück beauftrage den Künstler Volker-Johannes Trieb: „Mein Wunsch war, dass in dem Exponat das Rathaus, Träger des Europäisches Kulturerbe-Siegels, auftauchen soll. Herr Trieb hat sich Gedanken gemacht und ich finde, es ist etwas Tolles dabei zustande gekommen“, sagte Diana Riepenhoff von der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT).

Aus Robinienholz und hochlegiertem Silber fertigte Trieb eine Skulptur an, die Osnabrück als Verhandlungs- und Verkündungsort des Westfälischen Friedens inszeniert. In das gespaltene Holz arbeitete er ein Vergrößerungsglas und den Osnabrücker Ring ein, der von Juwelierin Hilde Middelberg beigesteuert wurde. Wer hindurchblickt, begibt sich auf eine Zeitreise: abgebildet sind die Silhouette der Osnabrücker Altstadt mit dem Dom, die Kirchen St. Marien und St. Katharinen, das Heger Tor und das historische Rathaus, das erbaut wurde, als die Hanse noch mächtig war. Mit dem Ring, der symbolisch für Vollkommenheit und Einheit steht, prangert Trieb den unfairen Handel damals und heute an: „Die Hanse wird oft nostalgisch verklärt dargestellt – doch sie war nicht fair“, sagt er. Daran habe sich bis heute nichts geändert: „Uns geht es gut auf Kosten anderer. Handel kann nur zuträglich sein, wenn niemand und nichts an ihm verliert: Kein Bauer in einem Drittweltland, der von dem, was wir Nordbewohner ihm für seine Rohstoffe geben, nicht leben kann. Kein Urwald, der abgeholzt wird, weil wir Sojaplantagen brauchen für die Unvernunft unserer Massentierhaltung. Kein Fisch, in dessen Magen sich Plastikmüll findet, weil wir bei jedem Einkauf eine neue Tüte mitnehmen.“ Eine Skulptur, die mahnt: Ethik müsse unser Handeln bestimmen, nicht Profit.

Am 23. Juni wird die Ausstellung mit Delegationen aus den Hansestädten eröffnet. Geplant ist eine Wanderung der Ausstellung durch verschiedene Hansestädte und Hansetage in den nächsten Jahren.