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Gebäude heute lila angestrahlt Licht-Aktionen zum Weltfrühgeborenentag in Osnabrück

Von Christina Röhm | 17.11.2016, 07:56 Uhr

Strahlend lila werden am Donnerstag, 17. November, weltweit wieder viele öffentliche Plätze erleuchten wie zum Beispiel die Niagarafälle in den USA oder das Brandenburger Tor in Deutschland, um die Aufmerksamkeit auf die Frühgeborenen zu lenken. Dieses Jahr wird sich zum ersten Mal auch Osnabrück an der globalen Aktion beteiligen und verschiedene Gebäude in der Stadt in lilafarbenes Licht tauchen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert informierte gemeinsam mit Prof. Dr. med. Norbert Albers, Chefarzt am Christlichen Kinderhospital Osnabrück, Dr. Jürgen Nawracala, Oberarzt der Neonatologie, Anke Wieligmann, pflegerische Stationsleitung, und Volker Oelrich, Geschäftsführer der Organisation „TAKECarer“, über das Projekt. Ihr besonderes Anliegen war es, außer dem Aktionstag auch die Hintergründe genau vorzustellen.

Mit zwei Intensivstationen bietet Osnabrück ein wahres Kompetenzzentrum für die Betreuung von Frühgeborenen und ihren Eltern. 14 Ärzte, rund 80 Schwestern und Pfleger ebenso wie Krankengymnasten, Psychologen und Seelsorger bemühen sich um die Versorgung der Jüngsten. Als frühgeboren gelten Kinder, die mehr als drei Wochen zu früh auf die Welt gekommen sind, wobei je nach Gewicht der Kinder auch die Intensität der Pflege variiert.

Gute Versorgung in Osnabrück

Das Christliche Kinderhospital Osnabrück konnte sich hierbei besonders hervortun und bietet selbst für Frühgeborene mit einem Gewicht von unter 300 Gramm eine gute Versorgung an. Dadurch zeichnet sich Osnabrück als Anlaufstelle für die Pflege der allerkleinsten aus dem gesamten Südwesten Niedersachsens aus. Die Betreuung erfolge mit großem Aufwand und sei eine echte Herzensangelegenheit, sagte Dr. Jürgen Nawracala im Gespräch. Auch die Eltern befänden sich immer in einer extremen Situation. Wenn man sie dann aber später mit gesunden Kindern sehe, sei das immer eine Bestätigung.

Auch an die Schwestern und Pfleger stellt die Versorgung von Frühgeborenen besondere Ansprüche. So müssen Anzeichen für Stress oder Schmerzen erkannt und häufig auch verschiedene Apparate bedient werden. In den letzten Jahrzehnten habe sich die Qualität der Frühgeborenenversorgung deutlich verbessert, berichtete Prof. Dr. Norbert Albers. Und auch auf den schnellen Kontakt zwischen Mutter und Kind werde heute Wert gelegt, ergänzte Anke Wieligmann.

Mehrere Gebäude werden angestrahlt

Die globalen Aktionen zum Weltfrühgeborenentag gibt es bereits seit 2008. Die Entscheidung für die Farbe lila wurde durch die Eltern getroffen. In Osnabrück werden am 17. November das Rathaus, das Steigenberger-Hotel Remarque, das Hotel Arcona Living, das Gebäude der Industrie- und Handelskammer, die Osnabrück-Halle und das Christliche Kinderhospital mit lila-farbenem Licht angestrahlt. Das Rathaus wird zudem mit einem Banner und die weiteren Gebäude mit Plakaten markiert. Finanziell wird das Projekt unter anderem durch Volker Oelrich von „TAKECarer“ und weitere Unterstützer gefördert. Der Aktionstag soll öffentliche Aufmerksamkeit für die Frühgeborenen schaffen und auch ein Augenmerk auf die intensive pflegerische Betreuung legen.