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Gänsehaut beim Publikum in Halle Adel Tawil setzt im Gerry-Weber-Stadion Emotionen frei

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 18.11.2017, 11:59 Uhr

Zum fünften Mal gastierte der Sänger Adel Tawil im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen und einmal mehr nahm er am Freitagabend das Publikum im Sturm.

Adel Tawil singt mit bewegter Stimme: „Hands up for one love – eine Welt eine Heimat“, derweil bilden die Keyboards in bester EDM-Manier eine moderne Elektro-Tanz-Kulisse. Wie ein DJ produziert die Band einen „Drop“: Immer wieder wird der Refrain wiederholt, der Instrumentaleinsatz reduziert, auf einen Höhepunkt zugesteuert, bis der Song wieder mit voller Breitseite einsetzt und beim Publikum eine Gänsehaut erzeugt. So auf der Höhe der Zeit präsentierte sich der Sänger ägyptisch-tunesischer Abstammung jetzt im Gerry Weber Stadion. Zum fünften Mal gastierte Tawil dort, wo er schon mit dem Duo „Ich + Ich“ auftrat und wo er im Jahr 2014 im Rahmen seiner ersten Solotour zusammen mit Duett-Partnerin Cassandra Steen und seiner Mutter den letzten Tourtag feierte.

Mischung aus neuen Songs und älteren Hits

Am Freitagabend präsentiert er dem Publikum in Halle sein zweites Soloalbum. Nachdem der Singer-Songwriter Benoby als Support für Stimmung gesorgt hat, eröffnet Tawil mit dem Titelsong „So schön anders“. Von modernen, beweglichen LED-Lampen beeindruckend in Szene gesetzt, mischt Tawil dann neue Songs mit älteren Hits.

Plädoyer gegen religiösen Fanatismus

Die Ballade „Wo die Liebe hinfällt“, die er als „Juwel“ von seinem ersten „Ich + Ich“-Album bezeichnet, erinnert an seine Mentorin Annette Humpe. Mit „Gott steh mir bei“ liefert er ein Plädoyer gegen religiösen Fanatismus und menschenverachtende Anschläge: „Musik kennt keinen Hass!“. Zum Song „Zu Hause“ begibt er sich ins Stadionrund und nimmt ein Bad in der Menge. Als Adel Tawil am Ende des Konzerts anlangt, erscheint ein glückliches Lächeln auf seinen Lippen. Nach der Trennung von seiner Frau Jasmin und einem Unfall hat er es offenbar geschafft, zu alter Form aufzulaufen und die Menschen mit seiner Musik zu begeistern: „So soll es sein“.