Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Funkausfall bei der Kreisfeuerwehr Feuerwehr im Landkreis war nur eingeschränkt erreichbar

Von Stefanie Witte | 18.07.2014, 20:23 Uhr

Bei der Alarmierung der Feuerwehren im Landkreis durch die kooperative Leitstelle, auch bunte Leitstelle genannt, kam es am Dienstagabend zu einem technischen Problem. Das ist mittlerweile behoben, aus dem Vorfall ergeben sich aber Fragen.

Jeder, der im Landkreis telefonisch einen Brand meldet, landet in der bunten Leitstelle. Im Landkreis gibt es 91 Freiwillige Feuerwehren, die bei einem Notfall helfen. Alarmiert wird der einzelne Feuerwehrmann analog über Funkmeldeempfänger (sogenannte Pieper) und über Sirenen.

Am Dienstagabend erhielten die Führungskräfte der Feuerwehr – also zum Beispiel Gemeindebrandmeister und deren Stellvertreter – eine SMS der bunten Leitstelle. In dieser SMS, die gegen kurz nach acht Uhr abends gesendet wurde, heißt es: „Ausfall der 5-Ton-Alarmierung – bitte verstärkt auf Handy-SMS achten!“ Zur Info: Alle Funkmeldeempfänger und auch die Sirenen werden über die 5-Ton-Folge ausgelöst.

Auf NOZ-Anfrage erklärt Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert den Grund für den Ausfall: Ein Netzteil am Dörenberg war defekt. Dort steht eine der Funkantennen. Bemerkt wurde das um 19.30 Uhr, mehr als eine halbe Stunde vor der SMS. Behoben worden sei der Ausfall um 20.51 Uhr. Die Feuerwehrleute erhielten gegen Viertel nach neun den Hinweis: „Kanal 470 ist wieder in Ordnung“.

In der Zwischenzeit sei eine „eingeschränkte Alarmierung der Feuerwehren mittels Sirenen möglich gewesen“, so Müller-Detert. Dazu wurde ein Ersatzsystem – ein schwächeres Funksystem – verwendet. Außerdem konnten die Führungskräfte per SMS informiert werden. Einschränkungen für den Rettungsdienst gab es nicht, und auch die Stadt Osnabrück nutzt ein eigenes Funknetz.

Problem Erreichbarkeit

Allerdings läuft die Alarmierung bei den 91 Feuerwehren im Landkreis unterschiedlich. Nicht alle lassen sich über eine Sirene alarmieren. Wie viele Feuerwehrleute zuverlässig über das Ersatzsystem erreicht wurden, kann die Landkreis-Pressestelle nicht sagen. Die Erreichbarkeit der Pieper hänge vom Wetter und dem Aufenthaltsort des einzelnen Feuerwehrmanns ab. Mit dem schwächeren Ersatzsystem verringert sich die Erreichbarkeit.

In Ostercappeln hatte es Ende Juni ein Problem mit dem Funk gegeben. Das Eintreffen der Feuerwehr bei einem kleineren Brand hatte sich verzögert, weil ein Modem defekt war und der Funkalarm erst verspätet auf den Piepern der Feuerwehrleute angekommen war.

Im November 2012 hatte es zudem einen ähnlichen Ausfall wie am Dienstag gegeben, teilte der Kreissprecher auf Anfrage mit. Der Grund sei damals eine Störung in der Leitung der Telekom gewesen. Die kooperative Leitstelle hatte im November 2012 ihre Arbeit aufgenommen.

Wer mit Feuerwehrleuten in diesen Tagen über die Technikprobleme spricht, hört häufig das Wort „marode“. Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert kommentiert die Frage nach der Verlässlichkeit so: „Bisher hatte der Analogfunk nur wenige Ausfälle. Wie verlässlich er in der kommenden Zeit sein wird, wäre Spekulation.“ Kreisbrandmeister Cornelis van de Water verweist auf die Frage nach einer Einschätzung auf die schriftliche Stellungnahme des Landkreises. Damit sei alles gesagt.

Auch in Feuerwehrkreisen will sich niemand in der Zeitung zu dem Ausfall äußern. Feuerwehrleute kommentieren aber, dass so etwas zwar für einen gewissen Zeitraum gut zu überbrücken sei, dauerhaft dürfe es aber nicht passieren. Am Dienstagabend musste während der Störung keine Feuerwehr alarmiert werden.

Mit einer Stellungnahme aus Feuerwehrsicht wagt sich einzig der Meller Feuerwehrsprecher Martin Dove in die Öffentlichkeit. Er kommentiert, dass eine solche Störung vorkommen könne. „Das ist nicht dramatisch“, so Dove. „Wir benachrichtigen unsere Kräfte dann zum Beispiel per Telefonkette oder SMS.“

Als eine Lösung der Probleme kündigt der Landkreis die Umstellung auf die digitale Alarmierung im nächsten Jahr an. Bis 2017 solle die analoge Alarmierung „nach Möglichkeit“ aufrechterhalten werden, so Henning Müller-Detert. Zum Problem könnte werden, dass die Kommunen bis dahin nicht für alle Feuerwehrleute neue Pieper angeschafft haben.