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Für einen autofreien Neumarkt Christlich-konservative Ökopartei tritt in Osnabrück an

Von Rainer Lahmann-Lammert | 05.09.2011, 17:17 Uhr

Sie sind für eine Stadtbahn und einen autofreien Neumarkt, sie wollen einen Teil der Straßenleuchten in der zweiten Nachthälfte abschalten und die Stadt mit dem Landkreis zusammenlegen. Bei der Kommunalwahl am 11. September treten in Osnabrück drei Kandidaten für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) an.

Nach ihrem Selbstverständnis sieht sich die ÖDP als christlich-konservative Alternative zu den Grünen. Wegen ihrer knappen Personaldecke kandidiert die zweite Ökopartei nur in drei von acht Wahlbereichen. Rolf Brinkmann, der sich seit Jahren für eine ökologische Stadtplanung engagiert, will im Wahlbereich 7 (Westerberg/Eversburg/Hafen/Atter) mit dem Protest gegen die Spedition Koch punkten, obwohl die schon von der Stadt eine Baugenehmigung bekommen hat. Außerdem fordert er die Schließung des Flugplatzes Atter und einen verbesserten Lärmschutz an der Autobahn 1.

Ulrich Brehme, der im Wahlbereich 6 (Innenstadt/Weststadt/Westerberg) antritt, setzt sich für ein Lkw-Durchfahrtsverbot am Westerberg und für bessere Parkmöglichkeiten im Katharinenviertel ein.

Seine Ehefrau Hanna Cyrus-Brehme will außerdem im Wahlbereich 5 (Wüste, Hellern) „Luxussanierung von Wohngebäuden und Wohnungsspekulation“ verhindern und die Parksituation am Moskaubad verbessern.

Die ÖDP lehnt den Ausbau des Flughafens Münster/Osnabrück ab. Laut Wahlprogramm soll die Wirtschaftsförderung „vorzugsweise umweltfreundliche Gewerbe- und Industriebetriebe“ ansiedeln.

„Wegen hoher Straßenkriminalität“ fordert die ÖDP mehr Fußstreifen der Polizei, die allerdings nicht der Kommune unterstellt ist. Kinder unter drei Jahren erfordern nach Ansicht der Ökopartei mehr Betreuungsmöglichkeiten und mehr Flexibilität.

Den Grünen unterstellt Ulrich Brehme, dass sie eher feministisch orientiert seien, während seine Partei die Familienpolitik in den Vordergrund stelle. Rolf Brinkmann will mehr ökologische Akzente in den Vordergrund rücken. Den Grünen unterstellt er: „So richtig umweltfreundlich sind die gar nicht!“