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Für den Film „Newcomers“ Osnabrücker Regisseur versteigert syrisches Party-Essen

Von Thomas Wübker | 29.06.2016, 11:56 Uhr

Wer dringend Geld braucht, der kann einen Nebenjob annehmen – oder etwas bei E-Bay verkaufen. So machen es auch Maan Mouslli und seine Frau Nermeen Alkhodari. Der in Osnabrück lebende Regisseur aus Damaskus bietet im Internet ein syrisches Party-Catering mit dem Oud-Spieler Imad Ajene an. Mit dem Geld soll der Film „Newcomers“ finanziert werden.

Unterstützung erhält Maan Mouslli bei seiner Aktion von Sara Höweler vom Flüchtlingsverein Exil. Sie berichtet, dass es bereits andere Aktionen gegeben habe, um Geld für „Newcomers“ zu sammeln. Maan Mouslli und der syrische Autor Anis Hamdoun, dessen Stück „The Trip“ kürzlich erfolgreich im Emma-Theater aufgeführt wurde, wollen für ihren Film durch Deutschland reisen und mit Geflüchteten aus den aktuellen Krisenherden dieser Welt sprechen.

In dem Film sollen außerdem Schauspieler die Rollen von berühmten Flüchtlingen wie Bertolt Brecht, Albert Einstein oder Thomas Mann spielen. Die Zitate beider Gruppen sollen gegenübergestellt werden, um Verständnis dafür zu schaffen, was Flucht für jeden einzelnen bedeutet, wie Sara Höweler sagt. „Es gibt Bevölkerungsgruppen, die bezweifeln, dass solche Menschen ein Recht auf ein besseres Leben haben.“

Maan Mouslli ist vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland geflüchtet. In seiner Heimat hat er Dokumentarfilme gedreht, die unter anderem auf einem Festival des Nachrichtensenders Al-Jazeera gezeigt wurden. Sein Film „Shakespeare in Zaatari“, der die Inszenierung der Stücke „König Lear“ und „Hamlet“ in einem Flüchtlingslager in Jordanien dokumentiert, feierte vor kurzem Deutschland-Premiere in Osnabrück und wurde bereits auf Festivals in Cannes, Los Angeles, Barcelona und Rom gezeigt.

Catering für bis zu 100 Personen

Seit Nermeen Alkhodari und Maan Mouslli in Deutschland gestrandet sind, haben sie das Kochen für sich entdeckt. „In Syrien lieben wir es zu essen“, erzählt Mouslli. Also nutzt er seine neue Leidenschaft, um Geld für die Nachbearbeitung des Films, für die Musik und den Schnitt zu sammeln. Das Equipment und die Reisekosten haben er und Anis Hamdoun schon zusammen. Das Film-Projekt ist eine Ko-Produktion des Exil-Vereins und der Caritas und wurde auch von der Sparkasse finanziell unterstützt.

Das von Nermeen Alkhodari und Maan Mouslli persönlich zubereitete syrische Party-Catering, das von einem Auftritt des Oud-Spielers Imad Ajene ergänzt wird, gibt es für maximal 100 Personen und ist zum Beispiel für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder Sommerfeste geeignet. Das Startgebot liegt bei 500 Euro. Im Gesamtpreis enthalten sind alle Lebensmittel, nicht aber die Getränke, für die der Gastgeber selbst sorgen muss.

Günstiger zu haben und ebenfalls zugunsten des „Newcomers“-Films ausgelobt worden ist ein Porträt, das die Künstlerin Sandra Sperling nach einem Foto als Bleistiftskizze anfertigt. Das Startgebot liegt bei 5 Euro.

Zu finden sind beide Auktionen unter http://newcomers-film.de/ebay .