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Freiraum für Kreativität Projekt „Kunst macht Schule“ im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Osnabrück

Von Regine Hoffmeister | 19.09.2011, 13:55 Uhr

Objekte aus Sperrmüll und Stofftierfellen in der Aula, bunte Installationen im Innenhof und große Bilder und Collagen auf allen Fluren – die Grund-, Haupt- und Realschule des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte stand eine Woche lang im Zeichen der Kunst. Vier Künstler vom Kulturwerk Bildende Kunst e.V. waren mit ihrem Projekt „Kunst macht Schule“ zu Gast. In vier Werkstätten mit den Themen Malerei, Drucktechnik, Objektkunst und Zeichnen haben sie die Schüler dazu angeregt, ihre Kreativität auszuleben.

Lehrerin Anke Hoffstätter hat die Projektwoche initiiert und Kontakt zu „Kunst macht Schule“ aufgenommen: „Gerade für unsere hörgeschädigten Kinder war es toll, viel mit den Händen zu arbeiten und zu erleben, dass Sprache einmal gar keine so große Rolle spielt. Sie konnten sich so einmal von einer ganz anderen Seite zeigen.“

Für ihren Kollegen Peter Zierath, den stellvertretenden Schulleiter, war es eine große Überraschung zu sehen, was entstehen kann, wenn man Kinder frei und zweckfrei agieren lässt: „Wir Lehrer sind es ja sonst eher gewohnt, die Schüler anzuleiten und viele Vorgaben zu machen.“ Die vier Künstler Monika Witter, Werner Kavermann, Klaus Kijak und Birgit Kannengießer mussten die Lehrer deshalb oft bremsen, sich nicht zu sehr einzumischen.

Künstlerin Monika Witte legte bei ihrer Arbeit mit den Schülern besonderen Wert darauf, ihnen den Prozess vom Abstrakten ins Reale und umgekehrt bewusst zu machen: „Es ist interessant zu sehen, dass man Dinge zerstören kann, um daraus Neues zu erschaffen.“ In der Praxis ist es nicht allen Kindern leicht gefallen, die Kuscheltiere – gesponsert von der Recyclingbörse Herford – zu zerschneiden, um damit Alltagsgegenstände wie Stühle und Teekannen zu bekleben und dadurch zu verfremden. Das Ergebnis hat dann aber alle überzeugt.

Lehrerin Anke Hoffstätter war besonders angetan von der guten Arbeitsatmosphäre und der kreativen Gruppendynamik: „Das sind Erfahrungen, die ich sicher auch in meiner Kunst-AG nutzen werde.“

Neben dem Erproben der eigenen Kreativität stand in der Projektwoche auch der Besuch von Ausstellungen und Museen in Osnabrück und Umgebung auf dem Programm. Eine Schülergruppe reiste sogar nach Hannover, um sich unter anderem die Grotte von Niki de Saint Phalle in den Herrenhäuser Gärten anzusehen.

Die Projektwoche wurde gesponsert von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, der Osnabrücker Musikstreife und dem Gesangsensemble „a cappella osnabrück“.