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Frauen sitzen nun fest im Sattel Fahrradkurs für Osnabrücker Migrantinnen endet mit Prüfung

Von Horst Troiza | 27.07.2014, 17:34 Uhr

Den drei Frauen aus Bosnien-Herzegowina, Marokko und dem Kosovo ist ein lang gehegter Wunsch erfüllt worden: Sie können endlich mit ihren Kindern Fahrradtouren unternehmen. Die bis dahin ungeübten Radlerinnen haben jetzt im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mehrerer Einrichtungen erfolgreich ihre Fahrradprüfung abgelegt.

Rabije Morina aus dem Kosovo hat nie ein Rad besessen, Seniha Begic aus Bosnien-Herzegowina hatte sich nach einem schweren Sturz in der Kindheit nie wieder auf ein Fahrrad getraut, und Aicha Bekhou aus Marokko war das Fahrradfahren verboten, weil „die Männer in meiner Heimat das nicht wollen“.

Mittlerweile leben die Frauen mit ihren Familien in der Hasestadt. Über das Stadtteilbüro wurden sie auf das ursprünglich von den Integrationslotsen initiierte Projekt mit dem Namen „Integration erFahren“ aufmerksam, an dem sich heute auch die Arbeitslosenselbsthilfe, die Polizei und die Verkehrswacht beteiligen. „Frauen mit Migrationshintergrund, die aus unterschiedlichen Gründen das Radfahren nicht erlernt haben, soll durch dieses Angebot die Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht werden“, erläutert Kathrin Heinen vom Stadtteilbüro das Projekt, das auch künftig angeboten werden soll.

„Wie oft habe ich gesehen, dass andere Mütter mit ihren Kindern Ausflüge unternehmen, zum Schwimmen oder auch zum Einkaufen fahren, und habe mir gewünscht, ich könnte das auch“, beschrieb Rabije Morina. Seit April nahm sie an dem von Integrationslotsin Christine-Monika Rose und Polizeioberkommissar Ralf Haas geleiteten Kurs teil. Auf dem Hof der Teutoburger Schule wurde trainiert, das Gleichgewicht im Sattel zu halten. Später wurden Fahrübungen durchgeführt. Als sich alle sicher genug fühlten, ging es raus auf die Straße.

Jetzt haben sie alle ihre Fahrprüfung abgelegt. „Kein einziger Fehler in der theoretischen Prüfung – da kann man allen nur gratulieren“, freute sich Haas. Ach ja: Nicht nur während des Kurses, auch während der Prüfung trugen natürlich alle einen (geliehenen) Helm. Zur bestandenen Prüfung erhielten sie einen Gutschein von der Verkehrswacht, mit der sie sich selbst einen verbilligten Kopfschutz zulegen können.

Rabije Morina jedenfalls war nach der bestandenen Prüfung überglücklich: „Jetzt kann ich endlich mit meinen drei Kindern um den Rubbenbruchsee fahren.“