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Franz-von-Assisi-Schule feiert Abschluss der Ausbildung Raupen verlassen als Erzieherinnen die Schule

12.07.2014, 19:32 Uhr

53 staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher konnten am Samstag, in der Franz-von-Assisi-Schule, ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen. Zuvor musste erstmals in der Schulgeschichte kein Schüler in die mündliche Prüfung.

Sie seien ein wenig geschockt gewesen, als sie erfuhren, dass sie als Klassensprecher auch die Abschlussrede halten müssen, verrieten Franziska Menkhaus und Niko Willmann in ihrer Begrüßung. Trotzdem hielten die Sprecher unter dem Motto „Ein Hoch auf uns“, vom Musiker Andreas Bourani, Rückschau auf die vergangenen vier Jahre ihrer Ausbildung. Dabei hätten die Schüler gemeinsam eine ähnliche Entwicklung wie Raupen gemacht. Zunächst seien sie auf die bunte Wiese namens „ Franz-von-Assisi-Schule“ gekommen , um nach saftiger Nahrung in Form von Bildung zu suchen. Dass es dabei auch Blätter mit dem Namen Mathematik oder Englisch gab, die den Raupen schwer im Magen lagen, sparten die die Klassensprecher nicht aus. Doch am Ende der Schulzeit verwandelte sich jede Raupe in einen Schmetterling, der sich als Erzieher oder Erzieherin auf das freut, was die Zukunft für sie bereit halte, so Willmann. Mit „ein Hoch auf das was kommt“, verabschiedeten Menkaus und Willmann ihre Mitschüler.

Nicht den Mut verlieren

Im Gegensatz zu den Absolventen blickte die Leiterin der Schule, Schwester Magdalen, ein wenig in die Zukunft. „In Zeiten des Fachkräftemangels sind sie eine kostbare Rarität“, gab sie den Absolventen mit auf den Weg. Aus eigener Erfahrung konnte Magdalen aber auch von Herausforderungen berichten, welche junge Erzieherinnen an ihre Grenzen brächten. Ein zunehmender Teil von Kindern trage eine große Wut gegenüber deren Umwelt in sich. Nicht selten äußere sich dies in Gewaltausbrüchen. Mit den Worten von Papst Franziskus „Wir müssen das Herz des Menschen formen, sonst erziehen wir kleine Monster“, unterstrich Magdalen die Wichtigkeit der Arbeit der Absolventen für unsere Gesellschaft. Auf Nachfrage betonten Menkhaus und die Leiterin unisono die zunehmende Bedeutung von Männern für diesen Beruf. „Erzieher geben den Kindern andere Bezugspunkte als Frauen“, waren sich die Damen einig. Deshalb sei es wichtig, dass mehr Männer sich für den Beruf Erzieher interessieren, so Menkhaus abschließend. Weil erstmals in der Schulgeschichte kein Schüler in die mündliche Prüfung musste, konnte Schwester Magdalen trotz dieser nachdenklichen Worte, die Schüler mit einem Zitat von Papst Johannes Paul II. „Verliert nicht den Mut, denn der Herr wird immer bei Euch sein“, zuversichtlich in das Arbeitsleben verabschieden.