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Forder-Förder-Projekt Schüler der Elisabethschule werden Experten

25.06.2013, 14:21 Uhr

16 Grundschüler der Elisabethschule haben sich selbst zu Experten gemacht. Inhaltlich reicht die Themenspanne von Spionage, Karate und Skorpionen bis hin zu Klimawandel oder Gerätetauchen. Ein halbes Jahr lang hatten die Schüler in einem sogenannten Forder-Förder-Projekt recherchiert, bevor sie am Samstag ihre Ergebnisse in einem Seminarraum der Universität Osnabrück Eltern und Freunden präsentiert haben.

Durch das Forder-Förder-Projekt sollten leistungsstarke Schüler lernen, Themen eigenständig zu bearbeiten, erklärte Schulleiter Georg Jansen-Wätjen. „Wir sagen ihnen, dass sie inhaltlich selbst die Experten für ihr Thema werden sollen“, erklärte er.

Im Vorfeld sei deshalb viel Zeit für die Selbstreflexion der Schüler genutzt worden, damit sie – orientiert an Hobbys und Interessen – Themen finden konnten, die sie von den Herbst- bis zu den Sommerferien bearbeiten wollten.

Jansen-Wätjen und seine Kollegin Astrid Hopfner hatten sich als Mentoren jeweils zwei Stunden in der Woche mit einer achtköpfigen Schülerprojektgruppe getroffen. Unterstützt wurden sie von insgesamt sechs Studierenden aus Münster und Osnabrück. Gemeinsam hatten sie den Dritt- und Viertklässlern geholfen, zu Wölfen, Enid Blyton oder den alten Römern im Internet zu recherchieren, Abschlussberichte zu schreiben und Präsentationssoftware für die Vorträge zu nutzen. Wie es in Universitäten üblich ist, hielten die jungen Experten diese am Samstag dann fachgerecht mit um den Hals hängenden Mikrofonen und Laserpointern, während sie über das weiße Rednerpult schielten.

Die Elisabethschule nimmt seit elf Jahren am Forder-Förder-Projekt teil. Sie ist in Niedersachsen bislang die einzige – in Münster sind es hingegen bereits sechs Schulen. Der Bezug zur Nachbarstadt entsteht durch das Internationale Centrum für Begabungsförderung (ICBF), welches das Projekt wissenschaftlich begleitet, indem es beispielsweise Studierende in die Projektgruppen entsendet. Das ICBF ist eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Universitäten Münster, Nijmegen und Osnabrück. ICBF-Vorstandsmitglied Christian Fischer wies am Samstag insbesondere auf die nachhaltigen Erfolge bei den Schülern hin: Insbesondere lernten sie Projekte eigenständig anzugehen und bekämen mehr Selbstvertrauen.

In Osnabrück kooperiert das ICBF zusätzlich mit dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Das nifbe habe bislang zwar nur bei infrastrukturellen Fragen wie der Suche nach einem Raum für die Abschlusspräsentation geholfen, erklärte ICBF-Mitarbeiter Christoph Busch, das ändere sich aber in Zukunft: „Das Projekt soll es bald auch in Kindergärten geben.“