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Folk zum Warmtanzen „Folk meets Osnabrück“ feiert Premiere

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 28.02.2017, 18:17 Uhr

Folkmusik kommt in Osnabrück zu kurz“ sagte sich Ulrich Prukop und wurde aktiv: Im Haus der Jugend veranstaltet er jetzt erstmals ein kleines Folkfestival unter dem Motto „Folk meets Osnabrück“.

Was den Bluesern recht, ist den Folkern billig: Warum sollte es einmal im Jahr lediglich ein Festival für Bluesmusik im Haus der Jugend geben, wenn die Folkszene in Osnabrück ebenso lebendig ist? Also setzte sich Ulrich Prukop die Realisation eines kleinen, aber feinen Folkabends in den Kopf. Am kommenden Samstag ist es soweit: Bottle Of Rain aus Osnabrück, Ganaim aus Bremen und die irisch-deutsche Band Larry Mathews Blackstone werden im Haus der Jugend Folkmusik keltischer Prägung präsentieren.

Ulrich Prukop ist musikbegeistert. Vor allem, wenn sie in die Beine geht, steigt bei ihm der Adrenalinspiegel. Wenn man ihn fragt, nach welchen Kriterien er die Bands ausgesucht hat, die jetzt beim ersten „Folk Meets Osnabrück“-Abend auftreten, sagt er rundheraus: „Das Tempo muss stimmen“. Also wird es beispielsweise keine besinnliche Sphärenmusik aus den Weiten Skandinaviens zu hören geben, sondern die flotten, tanzbaren Lieder Irlands und Schottlands.

Erstes Folkmeeting

„Ich bin selbst Musiker. Seit 2009 bin ich mit dem Projekt „Irish Folk Friends Osnabrück“ unterwegs“, sagt Prukop. So lernte er auch das Haus der Jugend als optimalen Venue für gute Live-Musik kennen. Aber ihn störte es, dass der Folk an der Hase zu kurz kommt, vor allem in der kalten Jahreszeit. Dann nämlich, wenn es besonders viel Spaß macht, sich mit Jig und Reels, den klassischen Tänzen von den britischen Inseln, ausgelassen warm zu tanzen. Da Prukop mit seiner Band viele Kollegen trifft, fiel es ihm nicht schwer, ein ansprechendes Line-Up für sein erstes Folkmeeting zusammenzustellen.

Den Anfang machen alte Bekannte der Folk-Friends: Bottle Of Rain aus Osnabrück, drei eingefleischte Liebhaber des Irish Folk. Zwei von ihnen, Daniela Bußmann und Sven Göttsche, hatten sich vor zwölf Jahren im Rahmen eines Bodhrán-Workshops kennen gelernt. Beim Spielen irischer Rhythmen auf der Rahmentrommel beschlossen die beiden, eine Band zu gründen – die bis heute Bestand hat und mit wachsender Begeisterung dem Folk frönt.

Spannend dürfte das anschließende Gastspiel von Ganaim werden: Zurzeit weilt die Band auf Teneriffa und schreibt Songs für ein neues Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Vielleicht sind die Bremer Folker froh, wenn sie das eine oder andere brandneu entstandene Stück direkt vor Publikum antesten können.

Larry Matthews als Headliner

Sänger Pínto ist eigentlich mit der Band Versengold unterwegs, die mittelalterliche Texte mit moderneren Folkelementen verbindet. Wenn er sich dem keltischen Folk widmet, singt er unter dem Namen Ganaim zusammen mit Saskia, die auch Geige spielt, und lässt sich von Cornelius „Zorny“ Bode mit der Gitarre begleiten.

Mehr Veranstaltungstipps: noz.de/kultur-regional 

Als Headline bietet Veranstalter Prukop am Samstag einen Sänger auf, der von der Südwestküste Irlands stammt: Larry Mathews. Mit rauer, erdiger Stimme ausgestattet begleitet er sich mit der Fiddle und manchmal auch mit Gitarre. In Hamburg hat er sich eine Band gesucht, die zu ihm passt. In Ralph Bühr hat er einen Gitarren- und Mandolinenspieler gefunden, der wegen seiner Spielweise auch „Mister flying finger“ genannt wird. Bodhrán, Cajon und allerlei andere Perkussionsgeräte nutzt Bernd Haseneder, um der Musik den richtigen Drive zu verpassen und wenn Henning Wulf die Uilleann Pipes erklingen lässt, den irischen Dudelsack, dann ist es um waschechte Folkfans sowieso geschehen. Blackstone hat Larry seine Band genannt, weil eine alte Brücke in seiner alten Heimat im County Kerry so heißt. Und weil der irische Musiker gern mal zünftige Rockklänge in seinen Folk einrührt, wundert es nicht, dass er schon mit Achim Reichel zusammen gearbeitet hat.