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Flyer zu Beratungsstellen Diskrete Hilfe für Prostituierte in Osnabrück

Von Almut Hülsmeyer | 09.07.2014, 20:29 Uhr

Der gefaltete Flyer misst nur 8,5 mal 5,5 Zentimeter. Auf der roten Vorderseite ist die dezente Silhouette einer Frau zu sehen. „Der Flyer mit Informationen für Frauen, die als Prostituierte arbeiten, ist bewusst neutral und in kleinem Format gehalten. Wir wollten keinen Eyecatcher für Zuhälter schaffen, die dann den Frauen möglicherweise den Flyer wegnehmen oder Druck auf sie ausüben“, erklärt Anna Maria Schmitz-Hülsmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt

Der Flyer bietet eine kompakte Übersicht über wichtige Anlaufstellen für Frauen, die in Osnabrück anschaffen. Aufgelistet sind 17 Institutionen, von der Agentur für Arbeit über die Aids-Hilfe Osnabrück bis hin zum Sozialdienst katholischer Frauen. „Bei dem Flyer geht es nicht darum, die Frauen in ihrer Entscheidung, als Prostituierte zu arbeiten, zu beeinflussen, sondern ihnen in ihrer jeweiligen Lebenssituation eine Hilfestellung zu geben“, erklärt Kristina Hesse von der Aids-Hilfe Osnabrück, die zusammen mit ihrer Kollegin Annette Runde intensiv an der Entwicklung des Flyers mitgewirkt hat.

Neben Adressen und Telefonnummern finden die Nutzerinnen einen Überblick über die Serviceangebote der einzelnen Einrichtungen, wie beispielsweise medizinische Beratung oder Unterstützung bei Misshandlung und sexueller Gewalt. Außerdem werden die Namen von ausgewählten Ansprechpartnerinnen aufgelistet. Ein Stadtplan auf der Rückseite des Flyers hilft den Prostituierten, die Beratungsstellen schnell und einfach zu finden. Alle Informationen gibt es nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch, Französisch, Rumänisch und Bulgarisch.

Entstanden ist die Idee für den Flyer auf einer Fortbildung verschiedener sozialer Einrichtungen zum Thema Gesundheitsprävention bei anschaffenden Frauen. Ziel war, ein Produkt zu schaffen, in dem die relevanten Beratungsstellen der Stadt aufgelistet werden. „Man darf nicht davon ausgehen, dass alle Frauen die Möglichkeit haben, sich per Internet über die für sie wichtigen Fragen und Hilfsangebote zu informieren. Mit dem Flyer haben wir nun etwas in der Hand, das die Kommunikation erleichtert“, sagt Hesse.

Die Kosten für die Gestaltung und den Druck der Flyer trägt die Stadt Osnabrück. Den ersten Schwung der 3000 Faltblätter hat Schmitz-Hülsmann bereits an verschiedene Einrichtungen verschickt. Weitere Flyer wollen Hesse und Runde im persönlichen Kontakt mit den Prostituierten weitergeben. Vereine und Verbände, die Interesse daran haben, den Flyer auszulegen, können sich an das Gleichstellungsbüro der Stadt wenden.