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Festival „Kuck mal!“ Bunte und freche Vielfalt am Theater

06.06.2016, 17:57 Uhr

Nicht nur das Wetter spielte mit. Eine bunte Theatervielfalt und Sonne satt erwartete die Besucher beim 9. Osnabrücker Familientheaterfest „Kuck mal“. Ob im Domkreuzgang, an der kleinen Domsfreiheit und im Theater selbst – überall boten kleine und große Schauspieler Erlebnisreiches zum Entdecken und Mitmachen.

„Toi toi toi und Halleluja“ lautete in diesem Jahr das Motto und verband damit Theater und Dom als Spielorte gleichermaßen. Es sei guter Brauch im Theater, Schauspielern vor einer Premiere mit „Toi toi toi“ Glück zu wünschen, berichtete Moderator und „Zaches und Zinnober -Mitglied“ Ralf Siebenand bei der Eröffnung. Im Anschluss hieß es „Bühnen frei“ und die Besucher konnten die nahe beieinander liegenden Spielorte erkunden.

Statt andächtiger Stille erfüllte an diesem Nachmittag Stimmengemurmel den Kreuzgang des Doms. Die „ Theatermäuse “ nutzten dessen steinerne Ecken und Nischen, um dort kurze Spielszenen zu präsentieren. Im Chorsaal des Doms lud der Kinderchor des Osnabrücker Theaters unter der Leitung von Markus Lafleur zum Mitsingen ein. Dessen „Strolchkonzert“ führte musikalisch quer um den Globus. Im grünen Dominnenhof lauschten zeitgleich Kinder der Erzählerin Sabine Meyer, deren Märchengeschichten an diesem Ort eine besonders authentische Stimmung entfalteten.

Heißes mit dem Gaukler

Heiß her ging es hingegen bei Gaukler Gerhardus, der an der kleinen Domsfreiheit nicht nur gekonnt mit brennenden Stäben hantierte, sondern im Schweiße seines Angesichts auch chinesische Diabolos auf Hochhaushöhe katapultierte. Der Berliner Komiker und Pantomime Gregor Wollny entfaltete nebenan seine Kunststückchen, zu denen unter anderem eine waghalsige Dressurnummer mit batteriebetriebene Enten zählte.

Schräges Figurentheater

Schräges Figurentheater bot Christoph Buchfink vom Buchfink-Theater aus Göttingen, auf dessen mobilem Krankenbett sich der renitente „Opa Häwelmann“ so gar nicht mit seiner Krankenrolle anfinden mochte. Ebenfalls einen älteren Herrn verkörperte der als „Walk-Act“ agierende Manfred Pomorin. In seiner Rolle als fegender schwäbischer Hausmeister kam er den flanierenden Gästen so manches Mal in die Quere.

Frech-fröhlich und alles andere als auf den Mund gefallen präsentierten Zaches und Zinnober auf der zur Bühne umfunktionierten Lieferrampe des Theaters Auszüge aus ihrem „Kofferkonzert“. Ihr aufforderndes Mitmachstück „Sei doch mal Pirat“ traf bei den Kindern auf breite Zustimmung.

Reise nach Käsepotamien

Eine humorvolle Reise ins skurrile Käsepotamien unternahmen danach die rund zwanzig jungen Darsteller des Musiktheaters Lupe , die den Zuschauern Ausschnitte ihres Stücks „Die Käsekrise“ darboten. Singend und tanzend galt es für Madame Mozzarella, Prinzessin Raclette und Co. den Käseverkauf im Königreich wieder anzukurbeln. Im Theater selbst zeigten die drei Schauspieler des Kinder- und Jugendtheaters Oskar einen Ausschnitt aus der aktuellen Kinderoper „Don Quichote“.

Mit dem gemeinsam zum Finale an der Theaterrampe gesungenen Song „Kuck mal was da los ist“ endete ein Fest, auf dessen Fortsetzung in zwei Jahren sich bereits jetzt schon viele freuen dürften.