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Fest für Maler und Lackierer Lossprechung in den Innungen Melle und Osnabrück

Von Matthias Liedtke, Matthias Liedtke | 29.12.2016, 19:25 Uhr

Mit einer feierlichen Lossprechung im Osnabrücker Park-Hotel entließen die Maler- und Lackierer-Innungen aus Osnabrück und Melle 39 neue Gesellen in ihre Berufslaufbahn.

Seit mehr als 30 Jahren organisieren die beiden benachbarten Innungen jeweils gemeinsame Lossprechungsfeiern für ihre erfolgreichen Prüflinge. Obermeister Sven Opitz aus Melle begrüßte die jungen Maler und Lackierer. Wie in den Jahren zuvor, betrug mit acht Frauen der weibliche Anteil an den Absolventen etwa ein Viertel.

„Beneidenswerte Perspektiven“

Ein besonderer Dank ging an den Prüfungsausschuss, deren Mitglieder ehrenamtlich arbeiten. Den Prüflingen würden zu ihrem Karrierestart „beneidenswerte Perspektiven“ eröffnet, da „überall Fachkräfte dringend und händeringend gesucht werden“.

Traditionen aus dem Mittelalter

Als erfahrener Festredner konnte Thorsten Coch gewonnen werden, der zunächst auf die lange Tradition des Berufsstandes hinwies, dessen Lehr- und Ausbildungszeit im Mittelalter, als auch die Vorläufer der heutigen Innungen entstanden sind, noch bis zu sieben Jahre betrug. Damals gab es Behang- und Stubenmaler. Anstreicher waren in erster Linie für die farbige Gestaltung von Möbeln aus Holz zuständig.

Wismut-Maler, Tüncher, Ausweißer, Weißmaler und Schilderer

Außerdem arbeiteten Wismut-Maler, Tüncher, Ausweißer, ausschließlich für den Außenanstrich von Gebäuden zuständige Weißmaler und Schilderer, die im Mittelalter auch deshalb ein hohes Ansehen genossen, weil sie unter anderem Rüstungsteile und Reitzeug anfertigen und verzieren konnten.

Eine Botschaft: Das Handwerk ist unersetzlich

Thorsten Coch, der langjährige Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Osnabrück, widmete sich schließlich der Frage, was ein Maler und ein Steinmetz gemeinsam haben – und erzählte dazu die Geschichte vom unglücklichen Steinmetz, der sich Reichtum, Luxus und Macht wünschte. Als Kaufmann hatte er es mit Neidern und Feinden zu tun, als hoher Beamter wurde er gehasst und gefürchtet, als Wind und Wolke konnte er Bäume entwurzeln und Dörfer verwüsten, aber nichts gegen einen Stein ausrichten. Dazu bedurfte es eines Steinmetzes.Die Botschaft dieser Parabel: Das Handwerk ist unersetzlich.

Zeugnisse und Facharbeiterbriefe

Coch appellierte an die jungen Maler und Lackierer, ihrem Handwerk treu zu bleiben – ob als Fahrzeuglackierer, Gebäude- und Objektbeschichter oder Maler. Das nahmen die erfolgreichen Gesellen aus den verschiedenen Berufszweigen nach dem Erhalt ihrer Zeugnisse und Facharbeiterbriefe wohl gerne mit in ihre – in vielen Farben auszumalende – berufliche Zukunft.