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Feiern für die Kinderrechte 4500 Besucher beim Spielefest am Weltkindertag

Von Thomas Wübker | 25.09.2011, 18:01 Uhr

Unter blauem Himmel feierten laut Schätzung der Veranstalter 4500 Menschen aller Hautfarben den Weltkindertag unter dem Motto „Kinder haben was zu sagen!“. Die Besucher erfreuten sich auf dem Theatervorplatz am internationalen Bühnenprogramm und den Angeboten vieler Organisationen aus dem Kinder- und Jugendbereich.

Das schöne Wetter sorgte wohl für den großen Besucherandrang. Schon mit Beginn des Spielefests um 14 Uhr war der Platz vor dem Theater voll. In den vergangenen Jahren kamen die Massen erst nach und nach zu dem Fest.

Seit mehr als 20 Jahren findet das Spielefest am Weltkindertag statt. Annette Harding vom Deutschen Kinderschutzbund erinnerte sich gestern, dass die ersten Feste noch im Innenhof des Hauses der Jugend gefeiert wurden. Nach einem Intermezzo auf dem ehemaligen Kasernenhof auf dem Westerberg zog die Karawane dann in die Stadtmitte vor das Theater. Apropos: Die Kinderkulturkarawane zieht seit zehn Jahren über das Spielefest. Sie beendete auch in diesem Jahr mit ihrem Zug von der Bühne über den Löwenpudel zum Nikolaiort und wieder zurück das spaßige Miteinander.

Früher, so Annette Harding, gestaltete eine Gruppe aus Osnabrück das Bühnenprogramm. Seit einigen Jahren gesellen sich Gruppen aus aller Welt dazu. Neben einem Theater-Ensemble der Gesamtschule Schinkel unterhielten die Tänzer und Musiker von „Arena y Esteras“ aus Peru und der „Golden Youth Club“ aus Südafrika die zahlreichen Zuschauer am Sonntag auf dem vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Osnabrück in Kooperation mit dem Verein Fokus veranstalteten Spielefest. Die Jugendlichen, die in Osnabrück auf der Bühne standen und für Spaß sorgten, erlebten in ihrer Heimat oftmals Gewalt und Armut. „Über die künstlerischen Projekte bekommen sie Halt und Perspektiven“, erklärte Hanna von Behr von Fokus. Am Montag und Dienstag geben beide Gruppen Workshops in der Hauptschule Innenstadt in Osnabrück.

Am Rande der Feierlichkeiten erzählte Annette Harding, dass im kommenden Jahr ein Kinderschutzgesetz durch die Bundesregierung verabschiedet werden soll. Damit sollen nach dem Willen der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder Kinder besser vor Missbrauch und Vernachlässigung geschützt werden. „Wir glauben, dass die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland noch lange nicht umgesetzt wird“, sagte Annette Harding.

Der Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes in Osnabrück, Dr. Ludwig Schulze, meinte, das Recht auf Bildung sei mit Blick auf die Hartz-IV-Sätze schwer zu realisieren. „Wir wollen eine Lobby für Kinder durchsetzen“, sagte er. Deswegen sei es auch wichtig, dass eine Straße für das Spielefest abgesperrt und das Fest in der Mitte der Stadt gefeiert werde, so Ludwig.