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„Familie des mutmaßlichen Täters hat Angst“ Anwalt: Nach Schießerei in Osnabrück Rache angedroht

Von Franz-Josef Raders | 12.10.2015, 12:57 Uhr

Nach der Schießerei in der Iburger Straße sind dem mutmaßlichen Täter und seiner Familie über soziale Netzwerke offenbar Racheaktionen angedroht worden.

Das hat der Anwalt des 35-Jährigen, der Osnabrücker Strafverteidiger Thomas Klein, auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt. Die entsprechenden Einträge bei Facebook, die Klein dem familiären Umfeld des 45-jährigen Opfers zuordnet, seien mittlerweile wieder gelöscht worden. Sowohl sein Mandant, dessen Wohnort und derzeitigen Aufenthaltsort in einer niedersächsischen Justizvollzugsanstalt der Strafverteidiger auf keinen Fall preisgeben will, als auch die Familie des mutmaßlichen Täters „haben Angst vor Racheakten“, sagte Klein.

„Irrationale Verhaltensweisen“

Der Rechtsanwalt bezeichnete die befürchteten Racheaktionen als „tradierte, irrationale Verhaltensweisen“, mit denen sich auch die Ermittlungsbehörden beschäftigen müssten. Die Polizei in Osnabrück hat gegenüber unserer Redaktion am Montag erklärt, die für das Tötungsdelikt eingerichtete Mordkommission werde sich zu entsprechenden Hinweisen nicht äußern.

Der Polizei gestellt

Bei den tödlichen Schüssen war vergangenen Donnerstag ein 45-jähriger Mann in einem Supermarkt in der Iburger Straße ums Leben gekommen. Das Amtsgericht Osnabrück hatte danach einen Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags gegen den Schützen erlassen, der sich kurz nach der Tat in Begleitung seines Anwalts der Polizei gestellt hatte.

Opfer mehrfach vorbestraft

Der mutmaßliche Täter, der nach Angaben seines Anwalts ihm gegenüber selbst eingeräumt hat, geschossen zu haben, soll ein Verwandter der früheren Ehefrau des Opfers sein. Das Opfer war selbst mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung, räuberischer Erpressung, Nötigung, Verstoßes gegen das Waffengesetz, Hehlerei und Betruges.