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Fahrplanwechsel 2015 HKX und DB-Fernzüge machen seltener Halt in Osnabrück

Von Sebastian Stricker | 09.12.2015, 09:00 Uhr

Schlechte Nachrichten für Osnabrücker Bahnreisende im Fernverkehr: Der Hamburg-Köln-Express (HKX) verkehrt ab dem 13. Dezember 2015 zunächst nur noch achtmal pro Woche. Auch die Deutsche Bahn verzichtet dann bei weiteren Intercitys und ICEs auf einen Halt in Osnabrück – was sogar den Oberbürgermeister auf den Plan ruft.

Bislang fährt der HKX jeweils elfmal pro Woche von Osnabrück nach Köln sowie von Osnabrück nach Hamburg. Täglich gibt es dabei mindestens eine Verbindung. Mit dem Fahrplanwechsel 2015 wird das Fahrtenangebot auf dieser Strecke drastisch reduziert. (Weiterlesen: Wann gibt es WLAN in Regionalzügen in Niedersachsen?) 

Keine Fahrten von Montag bis Mittwoch

Wie das Kölner Eisenbahnunternehmen auf seiner Internetseite mitteilt, werden dann „an den verkehrsschwachen Wochentagen Montag bis Mittwoch“ keine HKX-Züge mehr verkehren. Diese Einschränkung gilt laut dem neuen Fahrplan bis zum 15. März 2016. Möglicherweise wird das Angebot danach wieder aufgestockt. „Wir werden hier im kommenden Jahr auch Züge zum Wochenbeginn anbieten“, heißt es bei HKX.

Vorübergehend gibt es also ab dem 13. Dezember an nur noch vier Tagen pro Woche jeweils einen Zug in der Relation Hamburg – Osnabrück – Münster – Gelsenkirchen – Essen – Duisburg – Düsseldorf – Köln und zurück. Neue Abfahrtszeiten in Osnabrück Richtung Norden sind donnerstags, samstags und sonntags um 13.15 Uhr sowie freitags um 9.14 Uhr. In Richtung Süden verlassen die HKX-Züge den Hauptbahnhof donnerstags, samstags und sonntags um 18.44 Uhr sowie freitags um 14.44 Uhr.

Neue Anbindung von und nach Frankfurt

Kleines Trostpflaster: Durch die Umstellung verbessert sich punktuell die HKX-Anbindung von und nach Frankfurt. So fahren freitags und sonntags die Züge nach ihrem Halt in Köln weiter über Bonn, Koblenz und Bingen bis in die Mainmetropole. Die planmäßige Ankunft in Frankfurt erfolgt um 19.35 bzw. 23.32 Uhr. In umgekehrter Richtung gibt es donnerstags und samstags HKX-Züge, die um 8.30 Uhr in Frankfurt starten und 4:45 Stunden später Osnabrück erreichen.

Die Ticketpreise bleiben laut HKX auch nach dem Fahrplanwechsel unverändert. Für die Strecke Hamburg – Frankfurt liegen sie bei 18 Euro aufwärts. Ferner erkennen die HKX-Züge seit 2015 auch einige DB-Fahrkarten an wie das Quer-durchs-Land-Ticket oder das Schönes-Wochenende-Ticket. HKX kündigt an, ab Dezember in 10-Wagen-Zügen wieder durchgängig „die beliebten 6er-Abteilwagen“ einzusetzen. Ferner werde ein Halbgepäckwagen mit erster Klasse und einem Bereich für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder zur Verfügung stehen.

Oberbürgermeister schreibt Bahnchef

Die Deutsche Bahn hat unterdessen ihre Entscheidung verteidigt, Osnabrück auch künftig bei einer Reihe von Fernzügen nur als Durchfahrtsstation zu benutzen. Schon jetzt verkehren auf der Nord-Süd-Achse Hamburg – Köln vier Intercity- (IC) und Intercity-Express-Züge (ICE) pro Woche ohne Halt in Osnabrück. Ab dem 13. Dezember 2015 kommen drei ICs dazu.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ist das ein Dorn in Auge. Er hat sich deshalb bei der DB schriftlich für mehr IC- und ICE-Halte in Osnabrück eingesetzt. In einem Brief an Bahnchef Rüdiger Grube verweist Griesert unter anderem auf Osnabrücks Status als drittgrößte Stadt Niedersachsens und auf die wirtschaftliche Bedeutung der Region. Zudem macht er darauf aufmerksam, dass die DB-Fernzüge nicht wesentlich schneller würden durch das Weglassen des Zwischenstopps in Osnabrück, sondern weil sie woanders Abkürzungen fahren – insbesondere bei Bremen, aber auch im Ruhrgebiet.

Halt in Osnabrück kostet DB zu viel Zeit

Die Antwort der DB fällt gleichwohl negativ aus. Osnabrück sei „sehr gut in das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn eingebunden“, schreibt der Konzernbevollmächtigte für die Länder Bremen und Niedersachsen, Ulrich Bischoping, dem Oberbürgermeister zurück. Die Stadt sei „Systemhalt“ der stündlich verkehrenden Fernverkehrslinie Hamburg – Stuttgart sowie der zweistündlichen IC-Linie Amsterdam – Berlin. „Weitere Halte über das stündliche Grundangebot im Fernverkehr hinaus kann ich Ihnen leider nicht zusagen.“

ICE-Sprinterzüge, die an manchen Tagen zusätzlich zum Stundentakt zwischen Hamburg und Köln fahren, würden Osnabrück ganz bewusst als Halt auslassen, um die großen Zentren schneller zu verbinden, so Bischoping weiter. Aus demselben Grund machten die Züge auch keine Station in Bremen, Münster, Dortmund und Duisburg –„allesamt Städte, die noch ein größeres Potenzial aufweisen als Osnabrück“. Ähnliches gelte für einzelne Intercitys, die auf dieser Strecke an den Wochenenden zur Verstärkung eingesetzt werden. (Weiterlesen: Neuer Fahrplan für den RE 60 – Neunmal täglich von Osnabrück nach Braunschweig)