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Erst heute Info-Veranstaltung Geschützter Radweg in Osnabrück: Anwohner ist verärgert

Von Lea Becker | 15.05.2018, 16:08 Uhr

Am Heger-Tor-Wall in Osnabrück laufen derzeit die Vorarbeiten für die erste sogenannte Protected Bike Lane – eine geschützte Fahrradspur – in Niedersachsen. Die Anlieger wurden bisher nicht informiert. Erste Kritik an dem Projekt wird laut.

Grundsätzlich findet Anwohner Alfons Flatau die Idee eines geschützten Radweges gut, jedoch sei das Projekt am Heger-Tor-Wall nicht durchdacht. „Die Strecke ist viel zu kurz. Wenn man es macht, dann über den ganzen Wall“, sagt der Anwohner. So sei es eine reine Steuerverschwendung.

Strecke nur 165 Meter lang

Die Stadt saniert derzeit am Heger-Tor-Wall auf 250 Metern zwischen Dielinger- und Katharinenstraße die Fahrbahn. Gleichzeitig soll ein zweieinhalb Meter breiter Radweg entstehen, der mit einem 75 Zentimeter breitem Streifen von der Fahrspur getrennt wird. Auch der Gehweg wird breiter. Die Kosten für die Protected Bike Lane belaufen sich auf rund 275.000 Euro.

Allerdings beginnt der geschützte Radweg erst am Heger-Tor-Wall 23, sodass die Strecke lediglich eine Länge von etwa 165 Metern hat. Das bestätigte Ulla Bauer, Radverkehrsbeauftragte der Stadt, auf Anfrage unserer Redaktion.

Zahlreiche Parkplätze fallen weg

„An der Katharinenstraße kommen die Radfahrer dann wieder in ein Nadelöhr“, sagt Flatau. Denn dort gebe es keine Möglichkeit, die Radspur fortzuführen, da es dort zu eng ist. Er kritisiert außerdem den Wegfall zahlreicher Parkplätze.

Bisher war von sieben Stellplätzen die Rede. Bauer bestätigte jedoch, dass die Parkplätze vor dem Polizeigebäude ebenfalls entfallen und die Zahl sich damit deutlich erhöht. „Der Parkraum ist hier eh schon unheimlich knapp“, sagt Flatau. Zudem würden der Stadt die Einnahmen aus den Parkgebühren fehlen. Zu der Höhe der Einnahmen konnte Bauer keine Angaben machen.

Keine Information der Anlieger

Ein weiteres Problem sieht Flatau bei der Leerung der Mülltonnen, die bisher auf den Parkplätzen zwischen den Autos abgestellt wurden. Er fragt sich, wie dies zukünftig gehandhabt wird, ohne Auto- und Radfahrer zu behindern. Laut Bauer sollen die Tonnen auf dem Gehweg abgestellt werden.

Kritik äußert Flatau auch an der Aufklärung der Anwohner durch die Stadt. „Wir waren total überrascht von der Baustelle“, sagt er. Informationen zu dem geschützten Radweg hat er bisher nach eigenen Angaben nur aus unserer Zeitung erhalten. Ende April sei ein Schreiben gekommen, dass erst am 15. Mai, also am heutigen Dienstag, eine Informationsveranstaltung für die Anlieger stattfände.

Flatau zufolge stößt das Projekt bei vielen seiner Nachbarn auf Unverständnis. Laut Bauer ist die Veranstaltung heute Abend nicht öffentlich, sondern nur für die betroffenen Anlieger. Bisher seien ihr keine Einwände gegen das Projekt bekannt.