Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Durch Erdgasförderung? Erdbeben der Stärke 3,1 bei Cloppenburg

Von Wilfried Hinrichs | 29.09.2018, 14:16 Uhr

Im Raum Cloppenburg hat die Erde gewackelt. Wie der Niedersächsische Erbebendienst am Samstag mitteilte, hat es am Freitag um 17.22 Uhr bei Lastrup im Kreis Cloppenburg ein Beben der Stärke 3,1 gegeben.

Das Epizentrum lag den Angaben zufolge östlich von Lastrup am westlichen Rand des Erdgasfeldes Hemmelte/Vahren. In dem Gebiet des aktuellen Quellzentrums seien bereits früher zwei schwache Erdbeben registriert worden, teilte der Erdbebendienst am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mit. Das stärkere Beben im Mai 1993 hatte eine Stärke von 2,9 auf der Richterskala. Die schwächere Erschütterung sei im vergangenen Jahr aufgetreten und sei nicht spürbar gewesen. Aus Medienberichten seien bisher wenige Erschütterungsmeldungen aus dem näheren Umfeld bekannt, so die Erdbeben-Beobachter in ihrer Mitteilung.

Beobachtungen melden

Wahrscheinlich stehe das aktuelle Erdbeben in Zusammenhang mit der Erdgasförderung. Die Förderung von Erdgas führe zu Spannungen im tiefen Untergrund. Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut würden, könne es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen. Die genaue Ursache werde in detaillierten Untersuchungen zurzeit analysiert.

Anwohner, die das aktuelle Beben verspürt haben, können ihre Beobachtungen über einen Fragebogen auf der Internet-Seite des LBEG melden. Die hier gemachten Angaben werden für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Erdbebens genutzt.

Der Erdbebendienst im LBEG überwacht als staatlicher seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten. Die fachlichen Arbeiten werden in enger Kooperation mit dem Seismologischen Zentralobservatorium der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) durchgeführt.