Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Eine Botschaft, die ankam:“Du bist ein Segen“ Osnabrück: Pater Anselm Grün musiziert in St. Johann

Von Jan Kampmeier | 12.09.2011, 12:54 Uhr

Pater Anselm Grün hat eine Botschaft, die bemerkenswert klar ist: „Du bist ein Segen.“ Diese Botschaft verkündet er nun in St. Johann vor ausverkaufter Kirche. Und sie ist so einfach, dass sie keine Missverständnisse zulässt. Das Problem, so Pater Anselm Grün, liegt nur darin, diese Botschaft auch anzunehmen.

„Du bist ein Segen“ lautet der Titel eines seiner Bücher, und auch seine „KonzertMeditation“ hat er so benannt. Manchmal wundert man sich, wie einfach er die Dinge sieht, wie viel Kraft er dem göttlichen Segen zutraut. Eine Speise zum Beispiel, die vielleicht schon verdorben ist, könne man segnen, dann wird sie schon bekommen.

Pater Anselm Grün nimmt bekannte Geschichten aus der Bibel als Ausgangspunkt, verbindet sie jedoch immer wieder mit Geschichten, die ihm andere Menschen erzählt haben. So zum Beispiel mit der der Kindergärtnerin, die meint, zu viele Kinder kämen morgens ungesegnet: Sie hören zu Hause Worte wie „Mach schneller, du hältst alles auf, deinetwegen haben wir immer Stress!“ Fluchworte nennt das Pater Grün.

Doch es kommt an diesem Abend nicht nur auf die Inhalte an, sondern sehr stark auch auf die Stimmung, und dazu tragen Hans Jürgen Hufeisen und Oskar Göpfert mit Flöte und Klavier sehr viel bei. Die Musik beruht oft auf einfachen, bekannten Themen wie „Wenn ich ein Vöglein wär“ oder „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“, sind aber keineswegs immer meditativ und ruhig. Neckisch klingt vieles, manches virtuos, manches gerät gar zur Show, wenn Hans-Jürgen Hufeisen zwei Flöten gleichzeitig spielt. Immer wieder geht Pater Anselm Grün auch direkt auf die Musik ein, denn: „Auch die Musik ist ein Segen.“

Eher wenige Besucher im Publikum sind unter 40, darüber sind jedoch alle Altersstufen vertreten. Die Sehnsucht nach spiritueller Erfahrung scheint groß, denn das Publikum hört aufmerksam zu oder verharrt sogar minutenlang mit erhobenen Händen, um Segen an andere Menschen, die eigene Wohnung oder den Arbeitsplatz zu senden.