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Ein Ziel: Ordentlich spielen U21 des VfL runderneuert noch jünger – Auf Stabilität „von oben“ angewiesen

Von Winfried Beckmann | 30.07.2012, 20:33 Uhr

In der Vorsaison Fünfter und jetzt der Angriff auf die Spitze? Auf diese fast mehr rhetorisch zu verstehende Frage könnte Joe Enochs antworten: „Und wovon träumst du nachts?“ Es wird ein Traum bleiben, wenn nicht alles täuscht, von der U21 des VfL Osnabrück in der Spielzeit 2012/13 noch mehr zu erwarten als in der Saison zuvor, ihrer bis dahin besten. Denn nie war der Schnitt so herb, nie das Aufgebot so klein wie vor der fünften Saison mit dem Exprofi als Trainer.

Personal: Gerade mal ein Dutzend Spieler kam zusammen, davon vier aus den eigenen A-Junioren, die gerade 19 sind. Hinzu kamen weitere Youngster. Es blieb mit Benjamin Möllers ein 27-Jähriger als der mit Abstand älteste im Kader, der zudem international ergänzt wurde. Zum einen durch den Südafrikaner Claudio de Almeida, zum anderen durch den US-Amerikaner Cody Shields, der nicht ganz zufällig nach Osnabrück kam: Der 22-Jährige studierte an der gleichen Uni wie einst der junge Enochs und wurde vermittelt durch den früheren Trainer des VfL-Coaches. Den kürzesten Weg beim Wechsel hatte Arif Kücükal, Torschütze vom Dienst zuletzt bei Spielverein 16 in der Kreisliga, der nun nur ein paar Hundert Meter weiter zum Training auf die Illoshöhe fahren muss.

Perspektive: Nur ein Dutzend Spieler reichen nicht, doch das VfL-Konzept sieht vor, dass „von oben“ die Spieler aus dem Profikader hinzukommen, die in der 3. Liga weniger spielen und/oder nach Verletzungen zurück-geführt werden sollen. Deshalb setzt Enochs auf die entsprechenden Leitfiguren für seine junge Garde – vor allem auf einen Torwart, einen aus dem Profi- oder dem A-Junioren-Kader, denn einen „eigenen“ konnte der Coach nicht auftreiben.

Zielsetzung: Konkret von Plätzen spricht Enochs nicht im bewährten Trainer-Gespann mit Marko Tredup. Eher von inhaltlichen Entwicklungen. Von der Entwicklung zu mehr Konstanz, was am ehesten den jungen Spielern fehlt, die in Tests zum Teil „richtig klasse“ gespielt hätten, aber eben nur zum Teil, was normal sei. Gerade deshalb sei Erfahrung „von oben“ wichtig, um zu erreichen, „dass sie ordentlich spielen“. Wie bisher mit Direktspiel, das der Coach predigt. Nicht quer, sondern nach vorn, weil er Offensivfußball liebt. Abhängig von Konstanz, die entscheidend sein wird für das Abschneiden, das er „gar nicht so pessimistisch“ sieht wie andere. Auch, weil etliche Traditionsvereine eine Liga höher spielen, ohne freilich zu leugnen, bei totalem Neuaufbau einen „schweren Stand“ zu haben.

Umfeld: Neben Tredup als „Ko“ und Jürgen Mehl, Torwart-Trainer aller Nachwuchsteams, ist Kalla Diehl als Betreuer nur begrenzt noch dabei, dafür mit Nicole Sprengelmeyer erstmals eine Betreuerin, wenn überwiegend an der llloshöhe gespielt wird, wo der VfL-Nachwuchs zu Hause ist. Und sich weiter entwickeln will...