Ein Artikel der Redaktion

Düvel stimmt mit dem plattdeutschen Wort für den Satan überein Ein teuflischer Familienname

Von Winfried Breidbach | 12.02.2012, 14:06 Uhr

In der Familie unserer Leserin Antje Düvel aus Osnabrück ist man der Meinung, dass der Name Düvel aus dem französischen („Duval“) kommt und dass die Vorfahren Hugenotten waren. Der Name mit der Bedeutung „Teufel“ dagegen werde meist „Düwel“ geschrieben.

Der französische Familienname Duval gehört in Frankreich zu den sehr häufigen Nachnamen und wird von über 40000 Personen getragen. Seltenere Varianten sind Duvall und Duvalle. Es handelt sich um einen Wohnstättennamen mit der Bedeutung „vom Tal“. Dieser Name ist mit den in Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgten Hugenotten mehrfach ins deutsche Sprachgebiet gekommen. Rund 200 Personen tragen heute in Deutschland diesen Namen.

In einigen Fällen wurde die Schreibung an die französische Aussprache („düwal“) angepasst. So erklären sich die allesamt seltenen deutschen Namensformen Düval, Düwal, Düwahl und Düwall. Grundsätzlich ist mit der Möglichkeit zu rechnen, dass der eingedeutschte Name Düval weiter zu Düvel abgeändert wurde. Wahrscheinlich ist dies aber nicht. Denn die Annahme, dass tiefreligiöse Glaubensflüchtlinge ihren harmlosen Familiennamen gegen die plattdeutsche Bezeichnung des Teufels eintauschen sollten, scheint eher abwegig zu sein.

Wenn die französische Familienherkunft nicht durch urkundliche Zeugnisse erwiesen ist, ist der Name Düvel insofern eher mit dem mittelniederdeutschen Wort „düvel“ (Teufel) zu verbinden. In der Schreibung Düvel weist der Name etwa 1400 Namensträger auf, die Schreibvariante Düwel ist etwas häufiger. Beide Namensformen finden sich überall im niederdeutschen Sprachgebiet. In Mitteldeutschland herrschen die Formen Deubel und Deibel vor, im Süden Teuf(f)el und Deufel.

Warum jemand von seinen Mitmenschen den Beinamen „Teufel“ bekam, dürfte im Einzelfall kaum zu ermitteln sein. Eine ganze Reihe von Benennungsmotiven kommt infrage.

So wurde das Erscheinungsbild des ersten Namensträgers vielleicht als „teuflisch“ empfunden, wobei man die Familiennamen Düwels-/Düvelshaupt, Düwels-/Düfelshöft („Teufelskopf“) vergleichen kann. Besonders ausgeprägte und daher als „teuflisch“ empfundene Eigenschaften wie Schläue oder Durchtriebenheit konnten zu diesem Namen führen. Auch ein besonders rücksichtsloser und vor nichts zurückschreckender Mensch mag in seinem Umfeld „der Teufel“ geheißen haben.

Die Teufelsgestalt spielte in den mittelalterlichen Volksschauspielen eine sehr große Rolle, sodass der Name an den Darstellern des Teufels hängen bleiben konnte. So weiß man von „Hans Teufel“, dass er den Beruf eines Schauspielers hatte (Würzburg 1444).

Im Internet finden Sie die Familiennamen, die Dr. Breidbach schon untersucht hat: www.noz.de/namen. Namensvorschläge an namensforscher@noz.de

Gutachten: www.ifn.name