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Drohende Betreuungslücke Osnabrück will Übergangslösung für Hortplätze

Von Dietmar Kröger | 10.06.2018, 16:52 Uhr

Eigentlich hatte der Rat beschlossen, die Zahl der Hortplätze zurückzufahren. Diesen Beschluss hat jetzt zunächst der Schulausschuss für eine Übergangslösung ausgehebelt. Eine Entscheidung des Rates steht noch aus, dürfte aber dem Schulausschuss folgen.

Den nun modifizierten Beschluss hatte der Rat seinerzeit gefasst, um das Nebeneinander zweier unterschiedlicher Angebotsformen und Zuständigkeiten in Form von Ganztagsgrundschulen und Horten aufzulösen und fachliche und finanzielle Synergieeffekte zu erzielen. Die zu erwartende Reaktion der Osnabrücker Elternschaft ließ nicht lange auf sich warten. Sie verstärkte den Druck auf ihre jeweilige Grundschule, ebenfalls Ganztagsschule zu werden, um die nachmittägliche Betreuung ihrer Kinder sicher zu stellen.

Umsetzung dauert drei Jahre

Allerdings liegen zwischen der Antragstellung der Schule beim Schulträger, also der Stadt, und dem ersten ausgegeben Mittagessen etwa drei Jahre. Die Erstellung des Raumprogramms, das Einholen der politischen Beschlüsse sowie dann die konkrete Umsetzung mit Ausschreibung, Vergabe und Baumaßnahmen nimmt diese drei Jahre in etwa in Anspruch.

Drei Jahre, in denen die Kinder im Zweifel nach wie vor ohne nachmittägliche Betreuung sind. (Weiterlesen: Erziehermangel stellt Kitas in der Region Osnabrück vor Probleme) 

Einstimmiger Beschluss im Schulausschuss

Im Jugendhilfeausschuss wurde die Vorlage bereits in der vergangenen Woche einstimmig durchgewunken. Und auch im Schulausschuss tendierte der Diskussionsbedarf angesichts der quer durch die Fraktionen anerkannten Dringlichkeit einer Hortlösung gegen null. Der Logik der allgemeinen Beschlusslage folgend, stimmte der Ausschuss denn auch der Einrichtung von Übergangsangeboten an den Grundschulen Schölerberg und Hellern zu.