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Dr. Christa Habrich informiert über medizinische Botanik Arzneimittel aus dem Garten

Von Henning Müller-Detert | 16.09.2011, 16:13 Uhr

Dass Lakritz als Schleimlöser verwendet wird, ist nur wenigen Menschen geläufig. Noch weniger werden wissen, aus welcher Pflanze es gewonnen wird. Prof. Christa Habrich wird in ihrem heutigen Vortrag „Medizinische Botanik sinnlich erleben“ aber noch zahlreiche weitere spannende Informationen aus der Pflanzenkunde geben.

Grund für den Besuch der langjährigen Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums Ingolstadt ist ein runder Geburtstag: 1986 wurde der Freundeskreis Botanischer Garten der Universität Osnabrück gegründet, um den Garten zu unterstützen und bekannter zu machen. Das Gremium hat seit damals auch zahlreiche Vorträge organisiert. „Zu besonderen Anlässen haben wir besondere Referenten. Heute haben wir so einen Tag“, sagt der Vorsitzende Dierk Meyer-Pries über den 25. Geburtstag.

Die Feier beginnt um 17.15 Uhr im Hörsaal der Biologie an der Barbarastraße 1. Dann wird Habrich einen Vortrag halten zum Arzneipflanzengarten am Deutschen Medizinhistorischen Museum. Das Thema ist insofern naheliegend, als auch der Botanische Garten in Osnabrück über einen Heilpflanzengarten verfügt.

In Ingolstadt ist die Tradition allerdings eine andere, denn hier wurde er bereits 1723 angelegt. Da die Universität allerdings 1800 nach Landshut umsiedelte, lag er lange Zeit brach und wurde erst 1973 neu angelegt. Bei der Gründung im 18. Jahrhundert war die Botanik noch Teil von Lehre und Forschung der Medizin, berichtet Habrich. Das ist zwar heute nicht mehr der Fall, doch die approbierte Apothekerin hat festgestellt, dass Mediziner mittlerweile wieder aufgeschlossen für das Thema sind. Dazu sind Pharmazeuten, aber auch neue Fachrichtungen wie Kräuterpädagogen Zielgruppe des Gartens, über dessen Systematik die Referentin berichten wird.

In ihrem Vortrag wird Habrich wie im Fall von Lakritz auch zahlreiche Beispiele für Anwendungsmöglichkeiten von Pflanzen nennen. Hier ist zum Beispiel die südafrikanische Geranienart Umckaloabo zu nennen, die bei Bronchitis oder Erkältung angewendet wird. Ebenfalls geht es um die Frage, wie die Schulmedizin von der Botanik profitiert. Darüber hinaus ist der Titel „Medizinische Botanik sinnlich erleben“ wörtlich zu nehmen: „Wir werden kein Buch aufschlagen“, verspricht Habrich eine praxisnahe Vorgehensweise.