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Die Linke hat im Rat zwei Sitze Erst gedämpft, dann aus dem Häuschen

Von Jann Weber | 11.09.2011, 20:53 Uhr

Dagmar Lückes Laune hob sich im Laufe des Abends sichtbar. Am Anfang hatte die Sprecherin der Linken noch von einer „gedämpft optimistischen Stimmung“ gesprochen – ihrem Gesichtsausdruck nach lag der Schwerpunkt auf „gedämpft“. Denn: „Die Entwicklung unserer Partei auf Bundesebene könnte sich auch bei den Kommunalwahlen bemerkbar machen.“

Als sich herauskristallisierte, dass die Linke im Vergleich zu 2006 zulegen würde und sogar ein zweiter Politiker ihrer Partei in den Rat einziehen wird, erhellte sich ihre Mimik. „Wir sind im Wahlkampf fleißig gewesen“, sagte sie.

Insgesamt hatten sich die Politiker der Linken am Anfang des Abends eher pessimistisch geäußert. Christopher Cheeseman sagte: „Es wird immer schwieriger, Menschen zu bewegen, zur Wahl zu gehen, wenn sie sich von der Gesellschaft abgehängt und keine Chance auf Teilhabe mehr sehen.“ Das sei jedenfalls sein Eindruck während des Wahlkampfes gewesen.

Cheeseman meinte, er habe als Mitglied des Rates seit 2006 den anderen Parteien viele Impulse gegeben. „Zum Beispiel war die Linke die erste Partei im Rat, die Ökostrom gefordert hat. Da mussten die anderen reagieren.“ Seine Bilanz nach fünf Jahren sei erfolgreich. Nur würde er nicht mehr so gerne als einziger Politiker seiner Partei im Rat sitzen.

Als die Ergebnisse der Hälfte der Wahlbezirke auf den Bildschirmen erschienen, wirkten die Linken wie ausgewechselt. „Wir liegen höher als die UWG!“, hieß es. Und Giesela Brandes-Steggewentz stellte fest: „Wir haben im Rat jetzt eine richtige Fraktion!“ In einigen Bezirken lagen die Linken sogar vor der FDP, und Marianne König rief freudig aus. „Das ist unser Wahlziel!“ Doch das erreichten die Linken nun doch nicht. Mehr als ein Prozent Zugewinn und jetzt zwei Sitze – das stimmt die Linken zuversichtlich. Christopher Cheesemann allerdings wird dem Rat künftig nicht mehr angehören. Neben Brandes-Steggewentz ist Susanne Spors in das Kommunalparlament eingezogen.