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Die Landratskandidaten antworten Beim Thema Pflege ist noch viel zu tun

Von PM. | 09.09.2011, 04:00 Uhr

Osnabrück/ Georgsmarienhütte. Eine vom „Runden Tisch Pflege“ geplante Podiumsdiskussion mit den fünf Landratskandidaten kam aufgrund von Terminschwierigkeiten nicht zustande, aber die Bewerber beantworteten schriftlich Fragen zur Pflegesituation.

Sprecherin Marianne Witte, die mit Winfried Bussmann den 2010 ins Leben gerufenen „Runden Tisch“, einen Zusammenschluss von Betroffenen und Beschäftigten aus dem Sozial- und Pflegebereich, vertritt: „Wir freuen uns, dass sich die Kandidaten dem Thema gestellt haben, und Einigkeit hinsichtlich einer Abschaffung des Schulgeldes von monatlich 180 Euro herrscht, die von Altenpflegeschülern erhoben werden.“

Auch für eine angemessene Vergütung der in der Pflege Beschäftigten wollen sich die fünf Kandidaten engagieren. Sie favorisieren aber unterschiedliche Wege.

Michael Lübbersmann (CDU) ist der Meinung: „Das Lohnniveau in der Pflege muss in den kommenden Jahren steigen, um die Berufe auf Dauer attraktiv zu machen.“ Der Landkreis sei aber nur einer der Verhandlungspartner bei der Festsetzung der Sätze. Frank Stiller (SPD) hofft auf die Kräfte des Marktes: „Steigende Zahlen in der Pflege, verbunden mit Fachkräftemangel, werden automatisch zu höheren Gehältern führen.“ Problematisch bleibe die gesellschaftliche Akzeptanz des Berufes. Der Anteil von Männern in Pflegeberufen müsse steigen.

Für Annette Niermann (Grüne) könnte die Pflege angesichts des hohen Fachkräftebedarfs ein „Jobmotor“ sein. Derzeit verschärfe sich die Situation aber eher noch durch Abwanderung von Kräften ins Ausland.

Für Guido Halfter (von der FDP unterstützter Parteiloser) sind die Probleme in der Pflege „Ausdruck einer langen gesellschaftlichen Fehlentwicklung und finanzieller Engpässe“. Die großen Rahmenbedingungen müssten auf Landes- und Bundesebene neu geordnet werden.

Andreas Maurer (Linke) sieht bezüglich der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung die Politik in der Verantwortung. Er fordert mehr Personal.

Zum Thema äußern sich heute auch die Vorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien (Seite 10).