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Die Herkunft der Schnittblumen Regionale, saisonale und Fairtrade-Blumen zum Muttertag

Von Claudia Sarrazin | 13.05.2017, 19:06 Uhr

Viele Schnittblumen haben eine lange Reise hinter sich, bevor sie in Deutschland beispielsweise zum Muttertag verschenkt werden. Alternativen sind saisonale Blumen aus der Region. Außerdem gibt es das Fairtrade-Siegel für Blumen.

„Was ich empfehle, sind saisonale und regionale Blumen sowie außerhalb der Anbausaison Blumen mit dem Fairtrade-Siegel“, erklärte Dirk Steinmeyer, Fair-Handels-Berater und „Eine Welt Promotor“ bei der Süd Nord Beratung (VeB e.V.) in Osnabrück. Auch das internationale Kinderhilfswerk auf terre des hommes ruft dazu auf, Blumen mit dem Fairtrade-Siegel zu kaufen. Dieses garantiere, dass die Blumen auf den Farmen in Kenia, Kolumbien, Ecuador oder Simbabwe nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards gezüchtet würden. (Noch kein Gedicht zum Muttertag 2017? Nehmen Sie dieses Originalwerk unseres Hauslyrikers!)

Tageslohn geringer als der Kaufpreis einer Rose

„Für Schnittblumen werden in Deutschland jährlich über drei Milliarden Euro ausgegeben. Ihr Anbau sichert in armen Ländern viele wichtige Arbeitsplätze, doch die Bedingungen für die Arbeiterinnen sind meist alles andere als fair“, sagte Jörg Angerstein, Vorstandssprecher von terre des hommes. „In der Regel verdient eine Arbeiterin auf einer konventionellen Blumenfarm in Kenia pro Tag weniger, als eine Rose bei uns im Laden kostet.“ 

Gesundheit und Umweltschutz

„Zudem sind die Arbeiterinnen der Gefahr durch Pestizideinsatz ausgesetzt. Auf Fairtrade-Plantagen werden Pflanzengifte nur sehr sparsam oder gar nicht eingesetzt“, erklärte Angerstein, während Steinmeyer darauf hinwies, dass auf den Fairtrade-Farmen auch auf Schutzkleidung und Arbeitsschutz geachtet werden müsse. Davon abgesehen würde der hohe Wasserverbrauch der Blumenfarmen dadurch verringert werden, dass zum Beispiel bestimmte Wasserkreisläufe eingesetzt würden.

Der soziale Aspekt

Ein weiterer Vorteil für die Arbeiterinnen auf Fairetrade-Farmen sei, dass faire Löhne gezahlt würden und sie geregelte Arbeitsbedingungen hätten, ergänzte Angerstein: „Diese lassen ihnen auch Zeit für ihre Familien und die Betreuung ihrer Kinder. Wir rufen deshalb dazu auf, beim Schenken von Freude auch an die Blumenarbeiterinnen zu denken.“

Es gibt auch gute Nachrichten

„In Deutschland wird inzwischen jede dritte kurzstielige Rose fair gehandelt, und in den meisten Supermärkten gibt es Fairtrade-Rosen, wie man am Siegel erkennen kann“, konnte Steinmeyer auch eine gute Nachricht verkünden. Welche Blumenläden fair gehandelte Blumen anböten, ließe sich mit dem Gastro- und Blumenfinder auf www.fairtrade-deutschland.de herausfinden: „Allerdings nur, wenn die Blumengeschäfte sich dort haben eintragen lassen“, gab Steinmeyer zu bedenken.

Regionale Blumen bevorzugen

Auf eine andere Alternative wies die Pressesprecherin des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF), Nicola Fink, hin: „Gerade in diesen Tagen mit Beginn der Saison gibt es in den Blumengeschäften schon eine Vielzahl an frischen Blüten aus der Region.“ Jetzt sei zum Beispiel die Zeit der Pfingstrosen. Aber auch  Hortensien, Bartnelken und Lisianthus seien top aktuell, ebenso wie Chrysanthemen. Zu den Floristen, die auf eigene Blumen setzen gehört unter anderem Maria Kersten vom gleichnamigen Blumengeschäft in Osnabrück: „Wir haben selbst noch einige Sommerblumen, Schnittgrün, Stauden, Tulpen und Narzissen.“