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„Die Bachelorette“ 2017 Geht die letzte Rose heute Abend nach Osnabrück?

Von Daniel Benedict | 26.07.2017, 08:29 Uhr

Die „Bachelorette“ geht ins Finale. Der Osnabrücker Niklas hat als einer von drei Männern noch Chancen auf das Herz von Jessica Paszka. Wie war seine Zeit bei RTL? Wie sieht er seinen Auftritt selbst?

Osnabrück. An jeder Hand zehn Männer, professionell ausgestattete Candlelight-Dinner und andalusische Villen, in denen der Prosecco nie versiegt: Die Bedingungen, unter denen RTL die Bachelorette Jessica Paszka verkuppelt hat, dürfen als lebensbejahend, ja leichtsinnig gelten. Und doch gab es einen Kandidaten, der den frivolen Spielcharakter der Kuppelshow so konsequent dementierte wie kein zweiter. Einen Mann, der im Massenflirt das Credo der Monogamie formulierte und von Familiengründung sprach, als die Bachelorette noch mit der Konkurrenz rumknutschte: Niklas, 28, Vertriebler und angehender Gastwirt aus Osnabrück. Bis zum Finale, das RTL an diesem Mittwoch zeigt, hat er Jessica noch nicht mal geküsst, ein Alleinstellungsmerkmal unter den drei „Bachelorette“-Finalisten.

Die Sache mit dem Reisegutschein

So ganz wohl schien Niklas sich nie zu fühlen – in einer Show, die ihn mit 19 Nebenbuhlern ins Rennen um eine einzige Frau schickte. Schon in den ersten der vorab aufgezeichneten Folgen hatte er Jessica vorgeschlagen, mit ihr zu verschwinden. Den Reisegutschein reichte er nach – jederzeit einlösbar, auch nach dem Finale. „Jeder Mann, der Interesse an einer Frau hat, sollte Probleme mit der Konkurrenz haben“, kommentiert er jetzt seine Probleme mit der Wettbewerbssituation. „Ich hab am Anfang ja nicht damit gerechnet, so weit zu kommen. Dass Jessica und ich uns so gut verstehen, hat sich ja erst mit der Zeit herausgestellt. Wäre die Sympathie nicht da, wo sie ist, wäre ich freiwillig nach Hause geflogen!“

Wie Jack Nicholson

Niklas blieb, und sein Markenzeichen wurde eine Eifersucht, die zwischen Betroffenheit und eruptivem Zorn changierte. Bei Twitter assoziierten die Fans den bärtigen Kahlkopf bald mit Jack Nicholsons Killergesicht aus „Shining“.

Fühlt er sich missverstanden? „Ja, zum Teil schon“, sagt Niklas und verweist auf den Druck am Set, unter dem er auch ans Aufgeben dachte: „Kein Handy, kein Internet, kein Radio, kein Fernsehen – nichts! Einmal pro Woche einen Anruf bei der Familie, kein Kontakt zu Freunden.“ Die enorme Anspannung, sagt er, „steht einem dann ab und zu ins Gesicht geschrieben“.

Katzen und Weltkriege

In seinem Fall entweicht sie in verbalen Verpuffungen. Zu den bleibenden Worten aus Niklas’ TV-Abenteuer gehören poetische Wutausbrüche wie dieser: „Ich ficke hier jeden Tag meinen Kopf für diese Frau, noch ein paar Hunde und Katzen und Weltkriege mit rein in den Sack und dann ziehst du das auf links, dann hast du ungefähr das Gefühl, das ich gerade habe!“ Ein Satz, nach dem sogar das unerschrockene „OK!“-Magazin den Kandidaten unheimlich findet. Niklas heute: „Die Formulierung war etwas unpassend, aber die Aussage war genau mein Gefühl!“ Privat sei er „eher der witzige als der ernste Typ“.

Schiebung? Aber nein!

Zu den Gerüchten, mit denen der Boulevard Niklas’ Fernsehflirt begleitet, gehört auch der Vorwurf der Schiebung: Dass er mitsamt seinen Konkurrenten Johannes und Sebastian in die Top 5 kam, führten „OK!“ und „InTouch“ auf Absprachen ihrer gemeinsamen Agentin mit dem Manager der Bachelorette zurück. „Absoluter Blödsinn!“, sagt Niklas dazu. Seine Agentin habe er erst kennengelernt, als das Finale der RTL-Show schon im Kasten war. Paszkas Manager bestätigt das und betont, dass PR-Intrigen während der Dreharbeiten auch wegen der Kontaktsperre nicht möglich sind.

Viele Angebote

Weil Niklas zu den „Bachelorette“-Kandidaten mit der größten Aufmerksamkeit gehört, ist seine Agentin jetzt damit beschäftigt, Angebote für Werbung und weitere TV-Gigs zu bewerten: „Es sind einige Anfragen eingetroffen“, sagt Niklas, „aber nur ein kleiner Teil davon würde für mich infrage kommen.“ Und das nicht nur, weil er wählerisch ist – sondern auch, weil die Planungen für sein italienisches Restaurant in Osnabrück weiter laufen.