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Der reine Klang von 62 Glocken Handglockenchor in Osnabrücker Lutherkirche

Von Michael Schwager | 10.03.2011, 07:49 Uhr

In der Osnabrücker Lutherkirche klingen die Glocken am Wochenende ausnahmsweise noch süßer als zu der Weihnachtszeit. Hier gibt der Handglockenchor Wiedensahl am Sonntag, 13. März, 16 Uhr, ein Konzert in der Reihe „Orgel und mehr“.

Die Zuhörer vom ersten Auftritt des Chores in Osnabrück im Herbst 2006 wissen: Mit den Kuhbimmeln aus dem Musikantenstadl haben Handglocken nichts gemein. Eine Handglocke ist eine genau gestimmte, relativ dünnwandige Glocke aus Bronze mit einem schlaufenförmigen Handgriff. Der bewegliche Klöppel, der nur in einer Ebene schwingt und nach dem Anschlag sofort von der Glockenwand wegspringt, bewirkt, dass der Klang nicht gedämpft wird.

Der Chor aus Wiedensahl, gegründet 1987, ist einer von rund 25 Handglockenchören in Deutschland. Dirigent Thomas Eickhoff: „Unsere Glöckner im Alter von 14 bis 40 Jahren spielen auf 62 bronzenen Glocken mit einem Tonumfang von fünfeinhalb Oktaven.“ Jedes Ensemblemitglied bedient zwei bis acht Glocken. Viel Übung und Disziplin sind erforderlich, um auf diese Weise Musik zu erzeugen. Das Repertoire des Handglockenchores Wiedensahl umfasst sowohl Originalkompositionen als auch Bearbeitungen von klassischer und populärer Musik.

Amerikanische Soldaten brachten diese Musik 1945 nach Deutschland. Die ersten Handglockenchöre gründeten sich hier aber erst 1973. In den 1980er-Jahren entstanden weitere Chöre auch durch Unterstützung in Deutschland tätiger amerikanischer Kirchenmusiker.