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Demonstration am Montag Anti-Pegida in Osnabrück mit muslimischer und jüdischer Gemeinde

Von Ulrike Schmidt | 18.01.2015, 18:27 Uhr

Ein breites Bündnis aller gesellschaftlichen Gruppen wird am Montagabend in Osnabrück gegen Intoleranz und Ausgrenzung auf die Straße gehen. Von den muslimischen Gemeinden und der jüdischen Gemeinde gebe es inzwischen feste Zusagen, sagte Organisator Harald Klausing auf Anfrage unserer Redaktion am Sonntag.

Die christlichen Kirchen unterstützen in einem gemeinsamen Aufruf die Anti-Pegida-Demonstration unter dem Titel „Wir sind Charlie, nicht Pegida“. „Wir begrüßen es sehr, dass in Osnabrück eine breite Bewegung von Bürgern ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus setzte“, schreiben Ilse Landwehr, Präses der reformierten Kirche, Stadtdechant Bernhard Stecker und Superintendent Friedemann Pannen. „Nicht Gewalt, Hass oder Angst bestimmen unser Verhalten, sondern der Wille zu Versöhnung und zu einem friedlichen Miteinander.“

„Gerade in Zeiten, in denen Vorurteile und auch zum Teil rassistische Einstellungen verbreitet werden, die das friedliche Zusammenleben aller Menschen bedrohen, halten wir es für wichtiger denn je, das gute Zusammenleben der Kulturen zu unterstützen“, heißt es in einer Stellungnahme der Osnabrücker Grünen.

Die SPD unterstützt die Demonstration ebenso wie die CDU. „Ich bitte um starke Teilnahme“, heißt es in einem Schreiben des CDU-Ratsfraktionsvorsitzenden Fritz Brickwedde. Die IG Metall fordert alle Bürger dazu auf, mit ihrer Teilnahme „ein Zeichen für eine freie, soziale und weltoffene Gesellschaft zu setzen“. Die Absage der montäglichen Pegida-Demo in Dresden hat auf die Osnabrücker Planungen jedoch keinen Einfluss. Die Facebook-Seite „Pegida Osnabrück“, auf die diese Demonstration auch eine Reaktion war, ist mittlerweile abgeschaltet worden .

Auch die Facebook-Gruppe NoPegida Osnabrück , die sich zunächst von der Demonstration distanziert hatte, will sich nun beteiligen. Allerdings wollen sie sich von den Parteien abgrenzen und in einem eigenen „bunten Block“ etwas abseits mitmachen.

Die Demonstranten sammeln sich am Montagabend um 18 Uhr vor dem Theater. Von dort aus geht es um 18.30 Uhr über die Lortzingstraße, Dielingerstraße, Kamp, Ledenhof, Neuer Graben, Heger-Tor-Wall, Dielingerstraße, Domhof zum Rathausplatz. Gegen 19.30 Uhr beginnt die Abschlusskundgebung, bei der unter anderem der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sprechen werden. Nach dem Ende der Demo sind die Teilnehmer zum Blue Monday Jam in der Lagerhalle eingeladen.

Das Osnabrücker Theater beteiligt sich laut Klausing mit einer kurzen Lesung aus einem Text des Osnabrücker Schriftstellers Erich Maria Remarque. Darin heißt es unter anderem: „Die Begriffe zu vereinfachen ist die erste Tat der Diktatoren.“

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