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Debatte um Stickstoffdioxid Osnabrücker Klimaallianz fordert ebenfalls weniger Raum für Autos

Von Jörg Sanders/pm | 12.12.2016, 16:08 Uhr

Die Osnabrücker Klimaallianz (OK) kritisiert die Osnabrücker Politik wegen ihrer Umweltpolitik. Sie müsse „angesichts der hohen Stickoxidwerte endlich konkret handeln“, teilte das Bündnis mit. Ein Dorn im Auge ist der OK insbesondere der hohe Pendleranteil. Und die Stadtbahn-Initiative sieht sich in ihrer Forderung bestätigt.

Die Zehntausenden Pendler aus dem Umland müssten endlich umwelt- und klimaverträglich abgewickelt werden. „Die immer rein theoretisch beschworene Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis kann im Bereich Verkehr am leichtesten praktisch werden“, heißt es in der Mitteilung. Verbesserungsbedarf sieht die OK bei den Verbindungen im Bus- und Bahnverkehr. „Wer dreißig Minuten auf den nächsten Bus warten muss und am Abend und am Wochenende noch länger, benötigt eine hohe Leidensfähigkeit.“ Zudem sei es inakzeptabel, dass Busse mit 35 Fahrgästen ebenso lange im Stau warteten wie Autos.

Die OK wirft der Osnabrücker Politik Untätigkeit vor. Seit Jahren gebe es „wohlfeile Absichtserklärungen“, aber „getan habe sich kaum etwas Grundlegendes“. Der ÖPNV und das Radverkehrsnetz seien unzureichend und könnten nicht mit dem Auto konkurrieren.

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NO2 auch 2016 zu hoch

Hintergrund der Kritik ist ein Bericht unserer Redaktion vom 3. Dezember, wonach die erlaubten Stickstoffdioxid-Jahresmittelhöchstwerte von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter am Schlosswall und am Neumarkt wohl auch in diesem Jahr deutlich überschritten werden. Anwohner können die Stadt wegen der überschrittenen Werte und der daraus resultierenden gesundheitsschädlichen Wirkungen verklagen. Schuld an der Misere ist der OK zufolge der unverändert hohe Anteil der Autos.

„Verkehrsraum neu verteilen“

Um das zu ändern, müsse die Politik den Verkehrsraum neu verteilen und den „Raumwiderstand für das Auto“ erhöhen. Damit schlägt sich die OK auf die Seite des Osnabrücker Stadtbaurats: Frank Otte hatte im Gespräch mit unserer Redaktion bereits zweimal gefordert, Autofahrern mehr Raum zugunsten der Radfahrer zu nehmen. Auch Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, forderte im Gespräch mit unserer Redaktion eine radikale Reduzierung des Autoverkehrs in Osnabrück. In der Summe müsse der „Autoanteil am Verkehrsmix ganz erheblich verringert“ werden, fordert die OK.

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Auch Stadtbahn-Initiative sieht sich bestärkt

In der Debatte um zu hohe NO2-Werte sieht sich auch die Stadtbahn-Initiative (SBI) in ihrer Sicht bestärkt. Die Umweltprobleme könnten nur durch ein attraktives Nahverkehrssystem gelöst werden, teilte die Initiative mit. Sie bekräftigte erneut ihre Forderung, die Option einer Stadtbahn ernsthaft zu prüfen – unabhängig von der Frage der Finanzierung. Das sei ein „Totschlagargument“. „Es gebe von der Europa- bis zur Landesebene Fördermöglichkeiten, die den Eigenanteil der Stadt beziehungsweise Region auf 25 bis 10 Prozent schrumpfen ließen“, schreibt die SBI.

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