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„Das Oxmox ist ein Kleinod“ Osnabrücker Kult-Kneipe feiert 20. Geburtstag

Von Thomas Wübker | 16.07.2014, 12:49 Uhr

Schon seit zwei Jahrzehnten steht Michael „Michi“ Kuhlmann hinter der Theke der Kult-Kneipe Oxmox an der Natruper Straße. Das wird am Samstag gefeiert. Dann steht Michi aber nicht hinter der Theke, sondern hinter dem DJ-Pult. Der Chef legt höchstpersönlich seine Lieblingsplatten auf und bittet zum Tanz.

Bis zum 30. Juni 1994 war in den Räumen, in denen heute das Oxmox beherbergt ist, die Kneipe „Zum Mühleneck“ untergebracht. Doch die Tage der Eckkneipe waren gezählt. Michi und Uli Köhne eröffneten am 1. Juli 1994 das Oxmox. Am gleichen Tag legte Roman Herzog seinen Eid als Bundespräsident ab. Der stämmige Bayer ist ebenso nicht mehr in Amt und Würden wie Uli Köhne. Michi ist immer noch da.

Es gibt ein paar Gäste aus den Anfangstagen, die mit ihm und dem Oxmox alt geworden seien, erzählt Michi. Einige von ihnen erwartet er auch am Samstag. „Es wird eine Mischung aus Ehemaligen- und Aktuellen-Treffen“, sagt der Kneipier.

Seit 20 Jahren ist das Oxmox in Osnabrück bekannt für seine südamerikanische Küche. Zu verdanken ist dies Alfredo Jaime Jara Petit. Der Chilene war der erste Koch im Oxmox. Seine Rezepte stehen dort noch heute auf der Speisekarte. Als Leckerli gibt es bei der Geburtstagsparty am Samstag die legendären Papas Bravas. Das sind frittierte Kartoffelecken mit einem speziell gewürzten Dip. Dazu wird ein spezieller Oxmox-Schnaps gereicht. „Der geht aufs Haus“, sagt Michi, auf dessen Plattentellern sich am Samstag Musik von den Siebziger- bis zu den Neunzigerjahren drehen wird.

Zu Südamerika gehört Fußball. Zum Oxmox auch. Die Zeiten, in den das Team „You’ll never drink alone“ auf den Kneipenturnieren mit Ex-VfL’er Mirko Baschetti antrat, sind war längst vorbei. Fußball ist im Oxmox aber immer noch großes Thema. „Ich bin St. Pauli-Fan und VfL-Sympathisant“, sagt Michi über sich.

Neben dem großen findet auch der klitzekleine Fußball Platz im Oxmox. Auf einem Tisch ist ein Tipp-Kick-Spiel aufgebaut. Als sich viele Kneipen in Osnabrück Kickertische angeschafft haben, hat sich Michi dieses Kleinfeld-Fußballspiel gekauft. „Ich neige nicht dazu, auf fahrende Züge zu springen“, sagt er. Dieser Satz gilt wohl nicht allein fürs Tipp-Kick-Spiel. Das Oxmox sieht aus wie wohl keine andere Kneipe in Osnabrück. Die Einrichtung ist nicht auf einen hypermodernen Stil ausgerichtet, sondern auf „Siebzigerjahre Old School“, wie Michi sagt. „Das Oxmox ist ein Kleinod.“