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Creditreform-Frühjahrsumfrage Unternehmen im Nordwesten wollen Arbeitsplätze schaffen

Von Alexander Klay | 28.04.2014, 19:23 Uhr

Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise scheinen für die Unternehmen im Nordwesten ausgestanden. „Das Klima ist richtig gut“, sagt Armin Trojahn, Prokurist bei der Osnabrücker Zweigstelle der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Deren Frühjahrsumfrage unter 1292 Unternehmen im Weser-Ems-Raum ergab: Der Wirtschaft steht ein „gewaltiger Sprung nach vorne“ bevor.

Nur selten höre Trojahn dieser Tage in Gesprächen mit Unternehmern aus der Region, dass das Geschäft schlecht laufe. Im Gegenteil: Mit dem Frühjahr sei in der regionalen Wirtschaft weitreichender Optimismus eingekehrt, sagte er am Montag. Allen voran im Baugewerbe, das ohnehin vom milden Winter profitieren konnte.

So hat der von Creditreform erstellte Geschäftsklima-Index für die Region Weser-Ems mit 55,2 Punkten einen neuen Spitzenwert erreicht und entspricht in etwa dem Bundestrend. Vor einem Jahr lag der Wert noch bei 44,7, bundesweit bei 49,1. Aktuell beurteilen 57 Prozent der Geschäftsleute die Lage als sehr gut oder gut, vor einem Jahr waren es noch 49 Prozent. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam kürzlich bereits die regionale Industrie- und Handelskammer. 

Auch der Ausblick hat sich innerhalb der Jahresfrist deutlich aufgehellt. Im Mittel rechnet jeder dritte Chef mit steigenden Erträgen, im vergangenen Jahr war es noch jeder Vierte. Noch positiver wird die Umsatzentwicklung beurteilt: 39,6 Prozent (Vorjahr: 34,2) rechnen mit steigenden Einnahmen, nur sieben Prozent (10,4) mit einem Rückgang. Wie im Vorjahr will etwa jedes fünfte Unternehmen mehr Personal einstellen, hingegen nur jedes 17. die Belegschaft verkleinern.

Auch mussten 2013 weniger Unternehmen Insolvenz anmelden. Im Landkreis Osnabrück sank die Zahl von 136 im Vorjahr auf 112, in der Stadt Osnabrück von 87 auf 86. Der Landkreis Aurich lag mit 83 Insolvenzen auf Vorjahresniveau. Im Kreis Leer gab es 82 Fälle, zwölf weniger als zuvor. In der Grafschaft Bentheim gerieten nach 61 Unternehmen im Vorjahr noch 51 in eine finanzielle Schieflage. Das beschert der Region bei der Bonität erneut einen Spitzenplatz in Niedersachsen. Nur im Emsland registrierte Creditreform im abgelaufenen Jahr einen starken Anstieg von 148 auf 184 Insolvenzen.

Zurückhaltend ist die Wirtschaft in Nordwest-Niedersachsen bei Investitionen. Und daran wird sich der Auskunftei zufolge 2014 nicht viel ändern. Ein Grund dafür: Vor allem im verarbeitenden Gewerbe wird das Eigenkapital deutlich aufgestockt, um strengere Anforderungen für die Kreditvergabe der Banken erfüllen zu können. „Vor der Krise war die Eigenkapitalquote in der Region eine Katastrophe“, sagt der regionale Creditreform-Chef Rolf Unger. „Da haben die Unternehmen jetzt stark aufgeholt.“

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