Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Privat sind die Haare kürzer Mickie Krause reißt bei der „NOZ-Kulturbühne“ die Hütte ab

Von Thomas Wübker | 14.04.2020, 22:47 Uhr

Am Ballermann ist gerade nichts los. Deswegen konnte Mickie Krause am Dienstagabend auf der „NOZ-Kulturbühne“ stehen. Dort sang der Party-Prinz nicht nur ein paar seiner Hits, sondern erlaubte Moderator Stefan Alberti und den Zuschauern auch Einblicke in sein Privatleben und seine Arbeit.

Die vierte Ausgabe der „NOZ-Kulturbühne“ wurde mit der Erkennungsmelodie der früheren TV-Show „Musik ist Trumpf“ eröffnet. Eine Reminiszenz an das goldene Jahrzehnt des Schlagers. Dann eröffnete Mickie Krause den Abend: Begleitet von knarzenden Bässen und Schunkel-Techno sang er „Reiß die Hütte ab!“

Kein Krawall im NOZ-Medienzentrum

Zum Glück folgte niemand seinem Aufruf. Das NOZ-Medienzentrum, wo die Kulturbühne während der Corona-Krise aufgebaut wurde, steht noch. Krause hat auch keine Krawallmacher gefunden, die sein Anliegen in die Tat umgesetzt hätten: Lediglich Moderator Stefan Alberti saß im Publikum. Und der lauschte andächtig den Liedern des Partysängers.

„Es ist eine total surreale Situation“, sagte Alberti über die Atmosphäre im Medienzentrum. Anders als bei seinen anderen Auftritten sei es nicht laut, erzählte Mickie Krause. „Ich höre mich nur über Kopfhörer.“ So könne man aber herausfinden, wer singen könne und wer nicht, entgegnete der NOZ-Redakteur. „Und das, obwohl ich nicht eingesungen bin“, so der Schlagersänger, der seit vier Wochen keinen Auftritt mehr gehabt habe. Er erzählte, dass er nach einem Urlaub in Österreich Ende Februar/Anfang März freiwillig in Quarantäne gegangen sei. Er habe sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten. „Obwohl manche Leute glauben, ganz Österreich sei eine gefährliche Zone“, witzelte er.

Sommer-Hit erst 2021

Der Mann aus Wettringen im Münsterland plauderte weiter und berichtete, dass er schon seit frühen Teenager-Jahren Musik mache. Er habe mit Rock angefangen und sei dann in die Comedy-Szene gerutscht. Seit zwei Jahrzehnten tritt er auf Mallorca auf. „In diesem Jahr wäre meine 23. Saison gewesen.“ Er glaubt nicht, dass die Diskotheken und Restaurants auf der Balearen-Insel Ende Mai oder Anfang Juni wieder öffneten. „Das wird noch ziemlich lange dauern.“

Mit seiner Band hätte er auch im Osnabrücker Alando Palais während der Maiwoche spielen sollen. Das Volksfest wurde aber bekanntermaßen abgesagt. Er gehe davon aus, dass er dieses Jahr nicht mehr an den Start komme. Dabei hätte er einen potenziellen Mallorca-Hit im Köcher. Der soll jetzt erst im Sommer 2021 veröffentlicht werden. Dafür werde es bald ein neues Album geben. Die Leute wollten unterhalten werden, davon ist Krause überzeugt.

Sabbat-Halbjahr

Privat werde er kaum erkannt, sagte er. Da trage er die Haare auch kürzer. Er verriet auch, dass er ein sparsamer Mensch sei und welche Namen in seinem Personalausweis stünden. Seine Frau sage Mickie zu ihm, aber nur mit „i“ am Ende. Über sich selbst sagte Krause, dass er ein gläubiger Mensch sei. In Ruanda trage übrigens eine Schule, die er mitgegründet habe, seinen Namen.

Wie Mickie Krause die weitere Entwicklung im Konzertbereich sieht, das „Gejammer“ seiner Musiker-Kollegen und die Solidarität in der Branche bewertet, was es für ihn neben dem Ballermann gibt, warum er im Herbst 2020 bis Frühjahr 2021 ein Sabbat-Halbjahr einlegen wollte, warum er Konzerte in Afrika geben wird, welche Pläne er mit Jürgen Drews hat – darüber sprach er im Talk mit Stefan Alberti. Aber natürlich sang er auch ein paar Party-Kracher und zog seine Show auch ohne Publikum durch. Dafür bekam er ja schließlich 60 000 Euro, wie er im Scherz sagte.

Am Mittwoch ist Sänger und Liedermacher Christian Falk auf der „NOZ-Kulturbühne“. Los geht es wie immer um 18.30 Uhr.