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Boostern primär für Ü60 Corona: Landkreis Osnabrück bietet diese Woche noch zwölf Impftermine an

Von Frank Wiebrock | 30.11.2021, 06:02 Uhr

Der Impfstoff mag derzeit knapp sein, aber das, was da ist, soll auch verimpft werden – In dieser Woche hat der Landkreis mit den Mobilen Impfteams Impftaktionen in zwölf Kommunen organisiert. Wie es dann nächste Woche weitergeht, ist noch unklar – Auch Arztpraxen hadern mit dem knappen Impfstoff.

Gebucht werden können die Termine in den zwölf Kommunen über www.terminland.eu/lkos oder corona-os.de , das der Kreis zum Wochenanfang freigeschaltet hatte. Die Bedienung des Portals dürfte vielen bekannt vorkommen: die Testzentren von DRK und Maltesern benutzen den Dienst ebenfalls. Ort auswählen, freien Termin anklicken, Daten eingeben und bestätigt – fertig. Abgefragt werden neben dem Namen und der E-Mail auch die Telefonnummer und das Geburtsdatum.

Gelegentlich ist auf dem Portal Geduld gefragt: Zwischendurch schicken die Server Impfwillige in die Warteschleife, um die Datenbanken nicht zu überlasten. Immerhin, es wird angezeigt, wie lange man noch warten muss, bis es weitergeht. Aktuell gibt es trotzdem noch freie Impftermine.

Nur 200 Impfdosen pro Termin

Der Wermutstropfen: Pro Termin stehen derzeit laut Kreis nur 200 Impfdosen zur Verfügung, der Landkreis setzt bei den Booster-Impfungen deshalb auf eine strikte Priorisierung. Die Ursache: Verringerte Lieferungen des Bundes an den Apothekengroßhandel . Aktuell erhalten nur Menschen über 60, deren Zweitimpfung zudem mindestens sechs Monate zurückliegt, einen Termin für die Booster-Impfung ausschließlich mit Moderna.

Der Impfstoff von Biontech steht laut Kreis vorrangig für U30-Impflinge zur Verfügung – sei es als Erstimpfung oder Boosterung von Johnson & Johnson. Jüngere Menschen erhalten die Auffrischung aktuell aber nur, wenn sie vor mindestens vier Wochen Johnson & Johnson verabreicht bekommen haben. Wer diese Spielregeln nicht kennt, nicht beachtet oder versucht, mit falschen Angaben einen Termin zu bekommen, muss damit rechnen, ungeboostert weggeschickt zu werden.

Für Erst- und Zweitimpfungen hat der Kreis andere Prioritäten: Hier gelten keine Beschränkungen, Erst- und Zweitimpfungen werden entsprechend den Vorgaben der Ständigen Impfkommission für breite Bevölkerungsgruppen angeboten.

Für alle dezentralen Impfangebote des Kreises gilt aktuell: Geimpft wird nur mit Termin, es sind keine "offenen" Impfangebote. Sich ohne Termin anzustellen, würde angesichts des nur begrenzt zur Verfügung stehenden Impfstoffes keinen Sinn machen. "Aktuell geht es vorrangig darum, denjenigen Menschen ein Angebot zu machen, deren Impfung schon länger zurückliegt. Daneben sind natürlich ausdrücklich die Erstimpfungen willkommen", so Kreissprecher Henning Müller-Detert.

Wo wird geimpft?

Dienstag, 30. November:

  • Bohmte, 10 bis16 Uhr, Bohmter Kotten, Schulstraße 12
  • Neuenkirchen, 10 bis 16 Uhr, Beim alten Haarmeyer, Lindenstraße 17

Mittwoch, 1. Dezember:

  • Bissendorf, 11 bis 17.30 Uhr, DRK-Feuerwehrzentrum Jeggen, Pfingstweg 112
  • Fürstenau, 10 bis 16 Uhr, Jugend- und Kulturzentrum, Bahnhofstraße 46
  • Hagen, 9 bis 15 Uhr, Bürgerhaus, Theodor-Heuß-Straße 19
  • Quakenbrück, 11-16 Uhr, DLRG-Vereinsheim, Friedrichstraße 38

Donnerstag, 2. Dezember:

  • Bad Laer, 11 bis 17.30 Uhr, Gasthaus Plengemeyer, Glandorfer Straße 27
  • Bramsche, 9.30 bis 16 Uhr, Dorfgemeinschaftsanlage, Schulstraße 1
  • Wallenhorst, 9.30 bis 16 Uhr, Foyer Haselandhalle, Uhlandstraße 21

Freitag, 3. Dezember:

  • Bad Rothenfelde, 9 bis 15 Uhr, Feuerwehrhaus, Westfalendamm 6
  • Bersenbrück, 10 bis 16 Uhr, Kreissparkasse Eingang Nordstraße, Lindenstraße 4
  • Melle, 11 bis 17.30 Uhr, Sportzentrum MellAktiv, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 7a

Daneben können auf dem Portal aktuell noch Termine für zwei weitere Impfaktionen in Melle gebucht werden: Und zwar am Donnerstag in St. Johann und am Samstag Am Ring 2. Ob und zu welchen Zeiten Termine bei den einzelnen Aktionen frei sind, erfahren Impfwillige über das Buchungsportal.

Wie ist die Perspektive?

Und wie geht es in der kommenden Woche weiter? "Es hängt alles von den Zusagen zu der Menge der Impfstoffe ab", so Müller-Detert. "Grundsätzlich ist geplant, dass wir in einer größeren Anzahl von Kommunen aktiv sein wollen. Entsprechend werden die Einsätze der Mobilen Impfteams geplant."

Arztpraxen spüren die Verknappung

Auch in Arztpraxen drohen Lieferengpässe die Impf- und Boosterkampagne ins Straucheln geraten zu lassen: „Wir würden deutlich mehr bestellen, wenn wir könnten“, erläutert der Osnabrücker Arzt Dr. Christian Unnewehr. Aktuell betreffe das vor allem den Impfstoff Biontech, wobei abzuwarten bleibe, ob die weiterhin frei bestellbaren Mengen Moderna auch geliefert werden.

Wenn Impfstoff da ist, impfen Unnewehr und seine Kollegen über die drei Standorte der Osnabrücker Gemeinschaftspraxis "Ihre Hausärzte" rund 150 Personen pro Tag. Zusätzlich seien größere Impfaktionen an Wochenenden sowie an Schulen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser geplant – wenn denn genug Impfstoff nachkommt.

In der geringen Verfügbarkeit von Biontech sieht Unnewehr medizinisch kein Problem: „Bei allen über 30-Jährigen sind Moderna und Biontech als gleichwertig anzusehen.“ Unter 30 Jahren solle laut Stiko nur Biontech verimpft werden.