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Über 800 Anfragen Corona-Hotline für Unternehmen: Wigos zieht Zwischenbilanz

Von Jakob Patzke | 09.04.2020, 17:24 Uhr

Seit mehr als einem Monat gibt es die Corona-Hotline der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreis Osnabrück (Wigos). Nun zieht die Gesellschaft erstmals Bilanz und blickt dabei auf ereignisreiche vier Wochen zurück.

"Nach vier sehr intensiven Wochen haben wir jetzt Zeit, zwischendurch einmal Luft zu holen", erklärt Siegfried Averhage, Wigos-Geschäftsführer. Nachdem die Wigos in den vergangenen 30 Tagen das Personal in der Hotline teils auf bis zu acht Personen aufstocken musste, ist die erste Welle der Anfragen jetzt abgeebbt, so der Landkreis Osnabrück in einer Mitteilung.

Vielfältige Anfragen

Mehr als 800 Anfragen zu den unterschiedlichsten Themen habe es insgesamt gegeben. Gerade in den ersten Tagen hätten sich die Ereignisse überschlagen, erklärt Thomas Serries, Leiter des Wigos-Unternehmensservice. "Die Informationen kamen bei uns nahezu im Stundentakt an: Änderungen in Förderrichtlinien, neue Verordnungen und Allgemeinverfügungen und, und, und." Eine der Herausforderungen habe darin bestanden, diese Vielzahl von Infos immer auf dem neuesten Stand zu halten, damit die Hotline auch wirklich immer aktuell war. "Alle Anrufer erhalten im Nachgang zu den Gesprächen die Informationen per E-Mail auch noch einmal in schriftlicher Form", berichtet Serries weiter. Außerdem würden sie ebenfalls per E-Mail bei wesentlichen Änderungen immer wieder auf den neusten Stand gebracht.

Der größte Teil der Anfragen sei von kleinen und Kleinstbetrieben sowie von Soloselbstständigen eingegangen, erklärt Serries weiter. Gerade bei diesen sei die Verunsicherung hoch gewesen, da sie in vielen Fällen nur über geringe Eigenkapitalreserven verfügten und die Auswirkungen der Corona-Pandemie schnell zur existenziellen Bedrohung wurden. "Vor diesem Hintergrund gab es natürlich viele Fragen zu den Soforthilfen des Landes und des Bundes." Dass in der ersten Antragsflut der Online-Server der NBank als Förderbank des Landes Niedersachsen zusammenbrach, habe die Situation nicht einfacher gemacht. "Die Kolleginnen und Kollegen der NBank haben jedoch schnell reagiert und auch eine Antragstellung per E-Mail-PDF möglich gemacht."

Beschleunigte Verfahren

Sehr vieles sei auch ausgesprochen gut gelaufen, betont Wigos-Geschäftsführer Averhage. "Politische Entscheidungsprozesse, die sich sonst über Monate hinziehen und Antragsverfahren, die bisher Wochen in Anspruch genommen haben, sind extrem reduziert worden. Laut NBank vergehen zum Beispiel zurzeit in der Regel zwischen der Bewilligung und der Auszahlung des Geldes nur zwei Tage." Fast 37 Millionen Euro seien bis Ende der 14. KW bereits an Unternehmen geflossen.

Auch verwaltungstechnische Fragen wurden immer wieder an die Wigos herangetragen: Wer hat ein Recht auf Entschädigung? Welche Geschäfte dürfen öffnen und welche nicht? Was tun, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurde? "Die Fragestellungen waren bisher wirklich vielfältig und ihre Beantwortung trotz kurzer Informationswege zwischen Krisenstab und uns in der Hotline immer wieder eine Herausforderung", beschreibt Andrea Frosch vom Unternehmensservice der Wigos. Zum Teil ginge es aber auch einfach darum, den Anrufern zuzuhören. "Einige Selbstständige waren mit der Ausnahmesituation komplett überfordert. Da musste man dann erst einmal Ruhe ausstrahlen und Lösungswege aufzeigen", so Frosch. Ein Verhalten, das ankam, fasst Thomas Serries das Feedback vieler Unternehmen zusammen.

Alle Informationen für Unternehmen gibt es unter www.wigos.de/corona. Um immer auf einem aktuellen Stand zu bleiben, empfiehlt die Wigos die Nutzung ihres kostenlosen Online-Newsletters, der sich aktuell ganz auf Corona-Infos fokussiert. Dieser kann unter www.wigos.de/newsletter abonniert und jederzeit wieder gekündigt werden.