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„Conan“: Neue Version der Mär vom muskulösen Rächer Blut für das Neugeborene

Von Vera Geisler | 09.09.2011, 15:16 Uhr

Ein Mann tut, was ein Mann tun muss: Leben, lieben, überleben. Ist das Überleben für heutige Männer in der westlichen Welt mit so Herausforderndem wie der Mitwirkung bei einer Bürointrige verknüpft, sieht sich der in mythischer Zeit lebende „Conan“ deutlich direkteren Prüfungen gegenüber. Da gehört zum Überlebenskampf auch das eigenhändige Töten, sei es von Hühnchen für das Mittagsmahl, seien es angreifende Feinde. Und so kommt es, dass ein Neugeborenes als erstes das Blut seiner Mutter statt ihrer Milch zu trinken bekommt. Ein Kind, das sich als Erwachsener aufmachen wird, das Massaker an seinem Heimatdorf zu sühnen.

Es ist die Geburtsstunde des berühmt-berüchtigten Barbaren aus der Feder von Robert E. Howard, dem wohl prominentesten Vertreter der „Low Fantasy“, der „Pulp“-Version des Fantasy-Genres. Mit der Neuverfilmung von „Conan“ hat der in Frankfurt geborene Regisseur Marus Nispel eine aufwendige 3-D-Version des seit acht Jahrzehnten in Romanen, Comics, Spielen, auf Leinwand und Bildschirm vertrauten Stoffes vorgelegt.

Und man muss es Nispel zugestehen: Seine Arbeit kann problemlos mit ihrem Filmvorgänger mithalten, der 1982 Arnold Schwarzenegger zum Superstar machte. Was dem Deutschen aber neben martialischen Schlachten, bluttriefenden Gemetzeln, sadistischen Folterungen und Adrenalin treibendem Tempo am besten gelungen ist, sind seine beiden Frauenfiguren. Einerseits gibt Rose McGowan („Planet Terror“) eine erlesen fiese Hexentochter. Zum anderen ist aber Rachel Nichols als Tamara, Trägerin reinen Blutes, absolut raffiniert in der Tradition legendärer Filmstars inszeniert: Als eine Mischung aus der Ungarin Hedy Lamarr und der Kanadierin Fay Wray ist sie mit ihrem Porzellanteint eine Augenweide par excellence. Selten wurde feminine Schönheit in einem derart brachialen Umfeld so umwerfend präsentiert. Wer fragt da noch nach der machtvollen Muskelmasse eines Barbaren in Gestalt Jason Momoas?

Conan. USA 2011. R: Marcus Nispel. D: Jason Momoa. 112 Min., ab 18 Jahre. Cinestar.