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Churros, Bajia & Co. Stimmt vegetarisches Angebot auf Osnabrücker Weihnachtsmarkt?

Von Jörg Sanders | 02.12.2015, 08:23 Uhr

Zugegeben: Das Wetter lud in den vergangenen Tagen nicht gerade zum Schlemmen auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt ein. Wer aber dem Wetter trotzt und gegen seinen Hunger ankämpfen möchte, hat dort zahlreiche Möglichkeiten – auch als Vegetarier. Für Veganer wird es schon enger.

Abseits der klassischen Fritten- und Mandelbude gibt es eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten. Doch ohne tierische Produkte bedeutet längst nicht immer zugleich gesund – das gilt nicht minder für den Weihnachtsmarkt. Fett und Zucker dominieren viele Essensstände – unabhängig davon, ob mit oder ohne Fleisch. Grünes ist die Ausnahme. Hungern muss jedenfalls niemand. Ein Überblick über die vegetarischen und veganen Angebote:

 Theater und Dom: Vor dem Theater und Dom haben Weihnachtsmarktbesucher zig Möglichkeiten, sich den Wanst vollzuschlagen. Vor der Theatertreppe bietet das Bistro de la Cameleer erneut vegane Falafel (Kichererbsentaler, 2,50 bis 4,50 Euro) und vegetarische Halloumi (frittierter Käse, 5 Euro) im Fladenbrot an. Und türkische Pizza für 3 bis 5 Euro. Direkt daneben gibt es Bratnudeln mit Gemüse (vegan, 4,50 Euro) aus dem Wok sowie Mini-Frühlingsrollen (vegan, 6 für 3 Euro). Zum Nachtisch bietet ein weiterer Stand Crêpes in zig Varianten ab 2,50 Euro an.

Vor dem Forum am Dom bietet die Familie Richter Flammkuchen in verschiedenen Varianten an. Wer es noch rustikaler mag: Direkt daneben gibt es drei Reibekuchen für vier Euro. Vegan, aber auch in Fett gebrutzelt. Ein paar Meter weiter in Richtung Dom gibt es gebackenen Blumenkohl (vegan) mit verschiedenen Soßen. Gebacken bedeutet: Den kriegen selbst Ihre Kinder runter. Kostenpunkt für diesen Hinterhalt: 4 bis 4,50 Euro. Nachteil für Eltern: Am selben Stand gibt es auch Pizza, die Kinder vermutlich vorzögen. Auch dort gibt es zum Nachtisch Crêpes.

Weiter zum Markt – sofern die Fortbewegung bis hierhin noch möglich ist: Dort empfängt Michael Frickenschmidt seine Gäste mit Churros (vegan). Keine Sorge: Es ist keine Wissenslücke, sie nicht zu kennen. Bei ihnen handelt es sich um eine spanische Spezialität, ein in Öl frittiertes, längliches Gebäck. Sie gibt es etwa mit Zimt und Zucker, Nutella sowie mit Vanille-, Schoko- und Schokosoße. „Bratwurst gibt‘s ja in allen Varianten – bis auf hochkant“, erklärt Spanien-Fan Frickenschmidt die Wahl seines Angebots (3,50 bis 4,50 Euro). Ähnlich süß und wenig empfehlenswert für Menschen auf Diät geht es beim Mutzenbäcker weiter: Auch die Mutzen gibt es mit Puderzucker, Nutella oder verschiedenen Soßen für 3 bis 5 Euro. Schräg gegenüber gibt es erneut Reibekuchen (3 für 4 Euro) sowie Germknödel. Ungewöhnlicher geht es vor der Marienkirche weiter: Dort gibt es für den kleinen Hunger zwischendurch Lángos (ggf. vegan) nach ungarischer Art. Gut so, denn schließlich ist Lángos ein ungarisches Gericht. Dabei handelt es sich um in Fett gebackenen Hefeteig, in der Regel mit Knoblauch und anderen Zutaten belegt. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es sie auch in süßen Varianten mit Puderzucker, Nutella oder Apfelmus. Doch auch Lángos eignen sich nicht unbedingt für Menschen, die um die Ausmaße ihrer Hüfte oder ihres Bauchs besorgt sind. Dasselbe gilt für den möglichen Nachtisch ein paar Meter – erneut in Form von Crêpes.

Auf der Seite der Stadtbibliothek gibt es Brezel ab einem Euro, Knobibrot für 2,50 Euro (belegt 3,50) und auch hier gebackenen Blumenkohl sowie gebackenen Rosenkohl (vegan, je 4 Euro). Etwas süßer und damit kinderfreundlicher dürften die Maiskolben á 3 Euro ausfallen.

 Neumarkt: Neu in diesem Jahr ist das Weihnachtsdorf am Neumarkt. Dort bietet African Dishes afrikanische Speisen an. Kaum aussprechbar, aber lecker. Etwa Bajia (frittierte Bällchen aus Linsen, Koriander und Ingwer, vegan). Oder wie wäre es mit Samosa (frittierte Gemüseteigtaschen)? Tamutamu (frittiertes Gebäck aus unter anderem Vollkornmehl, vegan). Die genannten Gerichte schlagen mit je 4,50 Euro zu Buche. Der Stand des Bistros Unter Kollegen setzt mehr auf Feuriges: Dort gibt es Chili sin carne, also Chili ohne Fleisch (vegan), und Waffeln zum Nachtisch. Auch Freunde der vegetarischen Pizza kommen auf Neumarkt auf ihre Kosten. Ein paar Meter weiter gibt es mit Pilzen und Käse gefülltes Handbrot. Kurzum: Trotz der eher geringen Fläche müssen Vegetarier und Veganer am Neumarkt keineswegs hungern.

 Johannisstraße: Darben müssen Vegetarier und Veganer allerdings in der Johannisstraße. Fair geht es dort dennoch zu, denn auch Fleischesser haben dort das Nachsehen.

Blick nach Hannover

In Hannover gibt es gar einen veganen Weihnachtsmarkt. Am 5. und 6. Dezember präsentieren mehr als 30 Anbieter ihr Angebot, jeweils von 12 bis 18 Uhr. Weitere Stände bieten Kosmetik ohne Tierversuche oder fair produzierte Kleidung an. Im Aufwärm- und Infozelt gibt es Vorträge zum veganen Leben.