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Chefarzt weist Kritik zurück Klinikum Osnabrück: Stillstand bedeutet Rückschritt

Von Rainer Lahmann-Lammert | 21.07.2012, 06:55 Uhr

Das Klinikum am Finkenhügel sieht sich wegen seiner Erweiterungspläne zu Unrecht an den Pranger gestellt. In einer Replik auf unseren Bericht vom Mittwoch schreibt Chefarzt Martin Engelhardt, jedes fortschrittliche Krankenhaus müsse permanent modernisiert, umgebaut und erweitert werden. Wenn das nicht geschehe, bedeute das „Stillstand und damit Rückschritt“. Der Kritik haben sich auch zwei evangelische Geistliche angeschlossen.

„Die heutige Berichterstattung schadet unserem Klinikum in unverhältnismäßiger Weise“, schreibt Engelhardt im Zusammenhang mit dem verwendeten Begriff „Moloch“. Die Klinikleitung sei glücklich über die Baufortschritte, etwa über den ambulanten OP-Neubau: Damit habe sich die Qualität der Patientenversorgung deutlich verbessert.

„Wir sind froh und dankbar, dass auf Initiative des Geschäftsführers eine der modernsten Privatkliniken Norddeutschlands in Osnabrück steht“, merkt der Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie an.

Zugleich verweist er auf die „längst überfällige Modernisierung der Notaufnahme“ und den Bau der neurologischen Frührehabilitation und Geriatrie. Engelhardt kündigt an, dass die Einhäusigkeit zu wesentlich effektiveren Arbeitsprozessen und einer besseren Versorgung führen werde. Zusätzlich zu den bisherigen Bauarbeiten sei es erforderlich, möglich zügig den OP-Trakt zu modernisieren.

Gegen öffentliche Kritik nimmt auch Krankenhausseelsorger Rainer von Oppen das Klinikum in Schutz. Er zieht eine Verbindung zu anderen Berichten unserer Zeitung, die das Klinikum nach seiner Ansicht mit Negativschlagzeilen überzogen haben. Dazu zählt er die Artikel über den Arbeitsgerichtsprozess, den der Oberarzt Clemens Diessel gegen das Klinikum führt, und die Berichterstattung über die Datenschutzpraxis im Klinikum, die zwar die gemeindliche Seelsorge einschränke, aber völlig rechtens sei und inzwischen von anderen Krankenhäusern übernommen werde.

Dass jetzt kritische Töne über das geplante Parkhaus nachzulesen waren, wirft bei von Oppen die Frage auf, warum über das Parkhaus am Marienhospital nur Positives in der Zeitung gestanden habe. „Gibt es dort keine Anwohner?“, fragt der Geistliche. Er äußert den Verdacht, dass die Redaktion bei Klinikum und Marienhospital unterschiedliche Maße anlege.

Diesen Aspekt greift auch Pastor Thomas Herzberg von der Martinsgemeinde Hellern auf, die im Klinikum die Kinderkrippe betreibt. Sicherlich schaue mancher Bewohner am Finkenhügel besorgt auf jede neue Baustelle am Klinikum. Doch bei näherer Betrachtung gebe es noch „jede Menge Platz rund um das Klinikum“. Deshalb werde es wohl kaum zu den befürchteten Störungen kommen.

Herzberg zieht das Fazit, die Bürger der Stadt Osnabrück könnten dankbar dafür sein, „dass wir mit dem MHO und dem Klinikum zwei gute und gut ausgestattete Kliniken so dicht beieinander haben. Auf diese Weise haben wir doch eine optimale Versorgung“.