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Cellounterricht am Fuße des Himalajas Lina Hülsmann geht für das Bistum Osnabrück nach Indien

Von Danica Pieper | 27.07.2014, 17:58 Uhr

Ein wenig aufgeregt sei sie mittlerweile schon, erzählt Lina Hülsmann – schließlich steht ihr Abflug nach Indien unmittelbar bevor. Die 18-jährige Osnabrückerin nimmt am Freiwilligendienst des Bistums Osnabrück teil, für den sie Kindern aus armen Familien Musikunterricht geben wird.

Auf die Idee, ein Jahr ins Ausland zu gehen, kam Lina Hülsmann durch Bekannte aus der Haster Christus-König-Gemeinde, die bereits einen Freiwilligendienst in der Ferne absolviert hatten. „Die haben ganz andere Sache erlebt und vieles für sich gelernt. Und sie waren auch viel selbstständiger. Das fand ich gut“, berichtet die 18-Jährige.

Also bewarb auch sie sich beim Bistum Osnabrück um einen Platz als Freiwillige – ohne einen konkreten Einsatzort im Blick gehabt zu haben: „Das war mir relativ egal“, erzählt die junge Frau. Obwohl sie sich auch für die Stelle an einer indischen Schule interessiert hatte, habe sie zum Zeitpunkt der Entscheidung schon gar nicht mehr daran geglaubt, tatsächlich nach Asien geschickt zu werden: „Ich hatte eher mit Afrika gerechnet.“ So war die Abiturientin dann ziemlich überrascht, als das Bistum Osnabrück ihr seine Entscheidung mitteilte: Es geht nach Indien. „Erst war ich ganz schön geschockt, aber dann habe ich mich voll gefreut.“

Die Schule, in der Lina Hülsmann wohnen und arbeiten wird, liegt in Kalimpong im Nordosten Indiens, an den Ausläufern des Himalajas. Das Besondere an der dortigen Bildungseinrichtung ist, dass die Schüler bereits von der ersten Klasse an Instrumentalunterricht erhalten.

Da die Osnabrückerin selbst Cello spielt, wird sie bei den Musikstunden und im Orchester mithelfen. Dabei ist sie nicht die einzige deutsche Freiwillige: Eine junge Nürnbergerin, die ebenfalls Cello spielt, wird im August anreisen.

Unterrichtssprache an der Schule ist Englisch, privat sprechen die Schüler jedoch Nepali. „Wenn ich etwas davon lerne, ist das gut“, meint Lina, „aber ich glaube, es ist wichtiger, dass die Kinder Englisch lernen, als dass ich Nepali lerne.“

Für ihre elf Monate in Indien erhofft sich Lina Hülsmann, dass sie mit den Menschen gut zurechtkommt „und dass ich danach gerne wiederkommen möchte“. Außerdem hat sie sich vorgenommen, während ihres Aufenthaltes auch andere Orte in Indien zu erkunden.

Angst hat sie dabei nicht: „Ich denke, wenn man aufpasst, wie man sich verhält, nicht alleine herumläuft und sich an andere Frauen hält, dann ist es auch nicht gefährlicher als in Russland oder Afrika.“