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Brachial-Satire „Wissenswertes über Osnabrück“ in der Titanic

Eine Kolumne von Frank Wiebrock | 12.06.2015, 16:58 Uhr

Das Satire-Magazin Titanic würdigt am Freitag auf seiner Onlineseite nach langer Enthaltsamkeit mal wieder Osnabrück. Endlich. Könnte man meinen. Aber man muss kein humorloser Osnabrücker sein, um die unter der Überschrift „Wissenswertes über Osnabrück“ zusammengetragene Zeilen als – nennen wir es mal - weitgehend uninspiriert einzustufen.

Offen bleibt zunächst, ob die geografische Zuordnung Osnabrücks zu Nordwestfalen im Newsticker der Titanic Absicht oder Unwissenheit ist. Witzig ist es ohnehin nur bedingt, vor allem, wenn man weiß, dass Osnabrück zwar in Niedersachsen liegt, aber trotzdem westfälisch geprägt und auch historisch dort verortet ist.

Hang zum gemeinsamen Rumlungern

Okay, dass die heutige Osnabrücker Bevölkerung sich nach wie vor „durch eine ausgeprägte, aber indifferente Neugier und einen penetranten Hang zum gemeinsamen Rumlungern im öffentlichen Raum“ auszeichnet, lässt sich nicht wirklich bestreiten, wenn man mal bei Sonnenschein den Schlosspark besucht hat. Den Osnabrücker Fußball aber als drittklassig einzustufen ist angesichts der Realität so überraschend unoriginell, dass einem beim Lesen tatsächlich das laut Titanic so typische „plattdütsch gefärbte, missmutige“ „Wat sull’n dat?“ durch den Kopf schießt.

Bürger, schaut auf diese Städte!

Machen wir also einen Haken hinter die Titanic und lesen lieber noch mal gelungene Beiträge über die Hasestadt. Zum Beispiel den unfreiwillig komischen im Manager Magazin über die „Deutsche Vita in der Provinz“ unter dem Motto: „Reich, reicher, Osnabrück – so treibt es der Geldadel in der Provinz.“

Oder Burkhard Strassmanns begnadeten Reisebericht „Bürger, schaut auf diese Städte!“ von 2003. Damals besuchte er für die Zeit die Hasestadt, in der laut einer Untersuchung die zufriedensten Menschen Deutschland lebten. Und fand unter anderem „sieben Penner („Schreib: Nichtsesshafte!“). Die trinken Dosenbier am Heger Tor zwischen den Gaststätten Deutsches Haus und Peitsche („Warum ich so zufrieden bin? Zieh Leine, Mann!“) ...“

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