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Bislang 60 mobile Kaffeebars Coffee-Bike aus Osnabrück schafft den Durchbruch

Von Alexander Klay | 04.06.2014, 08:07 Uhr

Aus der heimischen Garage auf den Weltmarkt: Das Coffee-Bike aus Osnabrück, eine mobile Kaffeebar, scheint sich zur Erfolgsgeschichte zu entwickeln. Gut dreieinhalb Jahre nach dem Start haben die Jungunternehmer Jan Sander und Tobias Zimmer mit ihren Kaffeerädern den Durchbruch geschafft. Aktuell rollen 60 Coffee-Bikes in acht Ländern. Und jeden Monat kommen drei bis fünf neue dazu.

Die Idee hinter der mobilen Kaffeebar ist einfach: Die Fahrräder steuern belebte Orte an, an denen es kein Café gibt. Etwa Wochenmärkte oder Veranstaltungen. Das Konzept kommt an: Sander und Zimmer arbeiten mit immer mehr Partnern zusammen, die ihr Coffee-Bike als selbstständige Unternehmer betreiben. Nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich, Rumänien und Kuwait. Die sogenannten Franchisenehmer zahlen dafür eine Abgabe pro verkaufte Tasse an die Jungunternehmer. Außerdem kaufen sie ihnen etwa Becher und Kaffeebohnen ab. Ähnlich funktioniert das Geschäft bei großen Gastronomieketten wie McDonald’s, Nordsee oder Vapiano. Erklärtes Ziel der Osnabrücker: Spätestens im Jahr 2018 wollen sie mit 400 Franchisepartnern zusammenarbeiten.

Das Wachstum des jungen Unternehmens spiegelt sich in der räumlichen Situation wider. Seit dem ersten Tag haben sich Sander und Zimmer im Technologie Centrum Bissendorf eingemietet. Seither sind sie mit ihrem Büro viermal innerhalb des Hauses umgezogen: von 15 auf zuletzt 200 Quadratmeter.

Hinzu kommt die Fahrradschmiede im Keller auf einer Fläche von 100 Quadratmetern. Das Bauen der Fahrräder wollen sie nicht in fremde Hände geben. „Wir bauen die Bikes selber, das ist unsere Kernkompetenz“, sagt Zimmer. In der Unternehmenszentrale sind zehn Menschen beschäftigt. Zum Umsatz will Ko-Geschäftsführer Zimmer keine Angaben machen.

Um wirklich mobil zu sein, verfügen die Coffee-Bikes über eine Stromversorgung. So können die Fahrräder überall haltmachen und sind nicht auf einen festen Stromanschluss angewiesen. Wie die Technik genau funktioniert, wollen die Unternehmer lieber nicht erklären – das ist ihr Betriebsgeheimnis. Und die Konstruktion ist bereits als Gebrauchsmuster vor Nachahmung geschützt.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass Einzelunternehmer mit dem Coffee-Bike am erfolgreichsten sind. „Sie hegen und pflegen ihr Bike und identifizieren sich voll damit“, sagt Zimmer. Wer eine ganze Flotte auf die Straßen schicken wolle und sich davon schnellen Gewinn verspreche, vergesse die Arbeit dahinter. „Das wäre zu komplex.“ Ein guter Unternehmer sollte selbst Erfahrungen sammeln, meint Ko-Chef Zimmer. In den ersten sechs Monaten nach der Firmengründung haben das auch die Jungunternehmer getan: Von Donnerstag bis Sonntag waren sie auf der Straße, Kaffee verkaufen. An den anderen Tagen wurde an den Rädern geschraubt.

Aktuell bringt das Duo eine neue Idee an den Start: Zusammen mit einem Partner haben sie in Göttingen den ersten Coffee-Shop eröffnet. Erfahrungen mit der stationären Gastronomie haben sie in den vergangenen zwei Jahren am Osnabrücker Neumarkt gesammelt. „Das ganze Wissen haben wir in ein neues Konzept gegossen“, sagt Zimmer. „Miss Milla“ heißt der Laden, der bald in weiteren Innenstädten zu finden sein soll.

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