Ein Artikel der Redaktion

Besuch in Osnabrücker Gemeinde Rita Süssmuth lobt ehrenamtliche Flüchtlingshilfe

Von Ulrike Schmidt, Ulrike Schmidt | 13.05.2016, 08:00 Uhr

Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth hat die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit gelobt. Bei einem Besuch in der Heilig Kreuz Gemeinde in Osnabrück sagte sie, ohne die Bürgerschaft sei die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen nicht zu schaffen.

Im vergangenen Jahr hatte Süssmuth den Preis der Bertelsmannstiftung bekommen und das Preisgeld unter anderem für die Caritas Flüchtlingsarbeit in Osnabrück gestiftet. Mit dem Geld sollen allem junge Flüchtlinge schnell eine Ausbildung oder ein Studium ermöglicht werden. Das scheitert manchmal allein daran, dass sie vor der Anerkennung eines Asylantrages kein BAföG erhalten.

Bachelor in Kunst

Unterstützung aus dem Topf erhofft sich Mohammad Omar, 19-jähriger Abiturient aus Syrien, der einen Asylantrag gestellt hat und schon jetzt als Gasthörer die Hochschule Osnabrück besucht: Er möchte Elektrotechnik studieren. Auch Tariq Alsaadi, der seit vier Monaten in Osnabrück lebt, möchte sein Studium fortsetzen. In Syrien hat er einen Bachelor in Kunst gemacht. Jetzt möchte er in Osnabrück den Master in Industriedesign machen.

Maria Lückmann, Sozialpädagogin in der Gemeinde, und Maria Kuhlmann, Koordinatorin des 60 Köpfe umfassenden Kreises ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer schilderten Süssmuth die Hilfeangebote von Deutschkursen über Antragshilfen bis zum Umzug mit Wohnungseinrichtung.

Zögerlicher Familiennachzug

Und wo gibt es Probleme? Melanie Kröger von der Caritas-Flüchtlingsarbeit konnte eine ganze Reihe aufzählen: lange Wartzeiten auf Integrationskurse, der zögerliche Familiennachzug, bedingt durch zu wenige Termine für die Angehörigen in deutschen Botschaften, mangelnder Wohnraum.

Süssmuth zollte den aktiven Gemeindemitgliedern um Pfarrer Heiner Langewand ihren Respekt. Mit Hinweis auf die „positive Botschaft“ von Papst Franziskus ermutigte sie die Osnabrücker, sich weiter zu engagieren. Auch der Papst ermuntere die Gläubigen oft mit einem „Traut euch was zu“. Dann könnten auch Schwierigkeiten überwunden werden, sagte die CDU-Politikerin: „Wenn man von etwas überzeugt ist, dann gibt man nicht auf.“

Danach ging es für die inzwischen 79-Jährige weiter zu einer Erstaufnahmeeinrichtung in Lingen.